1.13 Pölich an der Mosel Römische Villa Moselbahn Poelich Trier Suburbana Mehring Barockzeit Wasserleitung Campingplatz Rhein Figuren Pölicher Held Mainz Kanal Bernkastel-Kues Gebäude Fahrrad Wein Kapellengemeinde Schweich rechte breite Fahrradweg Moseltouren Schleich Römersiedlung Moselbrücke

1.13 Pölich

Der idyllisch gelegene Weinort Pölich wird von einem Moselbogen umflossen. Er liegt, ca. 24 km nordöstlich von Trier und ungefähr 37 km südwestlich von Bernkastel-Kues, am linken Ufer wie auf einer Halbinsel der Mosel mit Blick auf die gegenüberliegenden steilen Waldberge der sogenannten "Mehringer Schweiz". Das kleine Dorf mit etwas über 300 Einwohnern gehört zur Verbandsgemeinde Schweich und zum Landkreis Trier-Saarburg. Die Mosel legt von Pölich bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 169 km zurück.

Wirtschaftlich ist Pölich sehr stark auf den Weinbau ausgerichtet. Die Reben der Pölicher Moselweine reifen in den Weinlagen "Pölicher Held" und "Südlay". Sie gehören zur Großlage "St. Michael", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Mehring, Schleich, Detzem, Ensch, Thörnich, Klüsserath, Köwerich und Leiwen gehören. Das Ortsbild wird hauptsächlich geprägt von Häusern aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Nur bei wenigen Gebäuden, wie etwa der Pfarrkirche St. Andreas, reicht das Baualter bis in die Barockzeit zurück. Im Bereich der Dorfkirche existieren noch Reste einer Römersiedlung.

Zur Geschichte

Der Ortsname Pölich leitet sich von der lateinischen Bezeichnung "pulchra villa" (schönes Landhaus) ab. In der Tat gab es in dem Ort eine römische "villa suburbana". Sie wurde im 3./4. Jahrhundert an Stelle eines kleineren Vorgängerbaus errichtet. Ein prächtiger Badetrakt befand sich südlich der heutigen Kirche. Möglicherweise existierte noch eine zweite Villa. Versorgt wurden die Anlagen mit einer römischen Wasserleitung, die noch heute erhalten ist. Im 7. und 8. Jahrhundert diente die römische Villa als fränkische Grabstätte.
Bis 633 gehörte Pölich zum merowingischen Königshof Detzem, bevor es dann als Schenkung König Dagoberts in den Besitz des Stifts St. Maximin aus Trier überging. Im Jahre 1140 wurde der Abtei der Besitz des Ortes und einer Kirche von Papst Innozenz bestätigt.

In der Franzosenzeit nach dem Ende des trierischen Kurstaates kam Pölich zum Kanton Schweich und zur Bürgermeisterei Mehring, zu der es auch in preußischer Zeit gehörte. Im Zuge der Säkularisation wurden die Güter der Abtei St. Maximin versteigert. Erst seit dieser Zeit betrieben auch Privatleute Weinbau.
1921 wurde Pölich eine Kapellengemeinde und erhielt ein Jahr später einen Pfarrvikar. In den 1920er Jahren dehnte sich das Wohngebiet des Ortes aufgrund steigender Bevölkerungszahlen nach Süden und Norden aus.

Pfarrkirche St. Andreas

Die katholische Pfarrkirche St. Andreas, ein dreiseitig geschlossener, spätbarocker Saalbau mit Dachreiter, wurde 1789 errichtet. Sie steht auf der höchsten Geländestufe am westlichen Ortsrand.
Die Seitenwände des Gotteshauses werden von jeweils drei und der Abschluß von zwei Rundbogenfenstern durchbrochen. Der verschieferte Dachreiter wird von einem achtseitigen Spitzhelm abgeschlossen. Über dem Sandsteinportal mit einer geschnitzten Tür erkennt man in einer Rundbogennische die Figur des Kirchenpatrons St. Andreas. Beidseitig des Eingangs sind zwei Priestergrabsteine vom alten, die Kirche umschließenden Friedhof in die Wand eingemauert.

Die Innenausstattung stammt aus der Erbauungszeit. Der Hochaltar, ein Tabernakelaltar im Stil des Rokoko, wird von einem Pelikan bekrönt. Die beiden gleichartigen Seitenaltäre schmücken Figuren der hl. Maria und des hl. Josef. Weitere Figuren des Kirchenraums stellen die Heiligen Andreas, Barbara, Georg, Katharina und Luzia dar. Als Gottesdienstaltar dient ein Taufstein.

Römische Wasserleitung

Die Badeanlage der ehemaligen römischen Villa in Pölich wurde von den Weinbergen aus mit Wasser versorgt. In den 1980er Jahren konnte ein entsprechender Kanal mit dazugehöriger Wasserleitung am Moselhang auf einer Länge von 50 Metern freigelegt werden. Durchschnittlich weist er eine Höhe von 1,20 m und eine Breite von 0,50 m auf. Der in Fels gehauene Kanal ist begehbar. Erbaut wurde er wahrscheinlich im frühen 3. Jahrhundert.

Maximiner Hof

Der ehemalige Maximiner Hof, auf das Jahr 1578 datiert, ist in Teilen das älteste Gebäude von Pölich. Sowohl in der Barockzeit als auch im 19. Jahrhundert wurde der Hof umgebaut. Heute dient er als Weingut.

Römerstaße

Auf der von Pölich gegenüberliegenden Moselseite führte die Römerstraße von Trier nach Mainz vorbei. Als Erinnerung daran hat man einen Abschnitt des Straßendamms rekonstruiert. Direkt daneben befindet sich die Kopie eines römischen Meilensteins aus dem Jahre 212 n. Chr. Das Original wurde beim Bau der ehemaligen Moselbahn 1902 zusammen mit sechs weiteren Steinen entdeckt.
Da sich an diesem rechtsseitigen Moselabshnitt keine Autostraße befindet, ist die Römerstaße nicht mit dem Pkw erreichbar. Bei Pölich gibt es auch keine Brücke. Wer die Mosel mit dem Fahrrad überqueren will, muß zunächst flußaufwärts nach Mehring und über die dortige Brücke fahren.

Tourismusangebote

Wer sich beim Wandern erholen möchte, findet in der Umgebung von Pölich verschiedene örtliche Wanderwege vor.
Radler können von Pölich moselabwärts am linken Ufer nach Schleich, Ensch, Klüsserath und weiter fahren. Hinter Ensch besteht auch die Möglichkeit, die Moselseite zu wechseln. Besonders idyllisch in diesem Abschnitt ist der rechtsseitige Mosel-Fahrradweg. Beim benachbarten Mehring kann man zum anderen Ufer gelangen.
Pölich ist vor allem aber auch eine Empfehlung für Wassersportfreunde. Beim Yachthafen und Sporthafen befindet sich ein Campingplatz. Die breite Wasserfläche vor der Staustufe Detzem bietet zahlreiche Wassersportmöglichkeiten vom Wasserski bis zum Jet-Ski.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Die Weinfeste in Pölich sind die Wein-Kirmes im Mai und das Weinfest und Brunnenfest am ersten Wochenende im Juli, bei denen stets reichlich Moselwein fließt.

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1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

1.01 Trier an der Mosel
1.01a Porta Nigra
1.01b Amphitheather
1.01c Kaiserthermen
1.01d Palastaula
1.01e Kurfürstliches Palais
1.01f Dom St. Peter
1.01g Liebfrauenkirche
1.01h Marktkirche St. Gangolf
1.01i Hauptmarkt Marktplatz
1.01j Kloster St. Matthias
1.01k Stiftskirche St. Paulin
1.01l  Simeonstift
1.02 Trier-Biewer
1.03 Trier-Pfalzel
1.04 Trier-Ruwer
1.05 Trier-Ehrang
1.05a Burg Ramstein
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1.07 Trier-Quint
1.08 Schweich-Issel
1.09 Schweich
1.10 Longuich-Kirsch
1.11 Riol
1.12 Mehring
1.13 Pölich
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1.15 Detzem
1.16 Ensch
1.17 Thörnich
1.18 Klüsserath
1.19 Köwerich
1.20 Leiwen
1.21 Trittenheim
1.22 Neumagen-Dhron
1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
und Kloster Klausen

1.25 Minheim
1.26 Wintrich
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1.29 Neu Filzen
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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/1-trier-bernkastel-kues/1-13-poelich/index.html