1.20 Leiwen an der Mosel Grabkreuz Gemälde Panoramabad Zummethöhe Säkularisation Kriegerdenkmal Leiwener Klostergarten Laurentiuslay Trier Bauphase Weinfeste Freibad Koblenz Saarburg Longuich Hl. Sebastian Römerin Eichamt Detzem Wanderung Strebepfeiler Trittenheim Weinkellerei Tennis Wochenende Klausen Minheim Filzen Muttergottes August Dhrontal Stausee Synagoge Moselbrücke Zehnthof Moseltalbahn Im Dhrönchen Pfarrkirche St. Stefan Weinfest Baudenkmäler

1.20 Leiwen

Der staatlich anerkannte Erholungsort Leiwen mit ca. 1500 Einwohnern ist einer der größten Weinbaugemeinden an der Mosel. Er liegt am rechten Moselufer an einem sanft von den Hunsrückausläufern abgleitenden Hang, ca. 32 km nordöstlich von Trier und ungefähr 29 km südwestlich von Bernkastel-Kues. Die Mosel legt von Leiwen bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 159 km zurück. Verwaltungsmäßig gehört Leiwen zur Verbandsgemeinde Schweich im Landkreis Trier-Saarburg. Die Leiwener Weinlagen heißen "Laurentiuslay" und "Klostergarten". Sie gehören zur Großlage "St. Michael", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Mehring, Pölich, Schleich, Detzem, Ensch, Thörnich, Klüsserath und Köwerich gehören. 

Die historische Bausubstanz von Leiwen wurde leider durch Abbrüche etwas dezimiert. Dennoch trifft man in den malerischen Gassen des alten Ortskerns auf interessante Fachwerkensembles und alte Häuser mit gotischen Ornamenten. Die Baudenkmäler aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sind teilweise baugeschichtlich sehr wertvoll. Sehenswert sind vor allem die Pfarrkirche St. Stefan und das alte Zehnthaus.

Zur Geschichte

Auf der Zummethöhe südöstlich von Leiwen hat man in den 1950er Jahren Reste einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert entdeckt. Im 5. Jahrhundert wurde sie wahrscheinlich aufgegeben. In ihrer letzten Bauphase hatte sie einen Umfang von 48 m Länge und 28 m Breite. Den prunkvollen Bau soll Kaiser Augustus für seine Gemahlin Livia errichtet haben. Dies gehört jedoch ins Reich der Sagen. Der Ortsname jedenfalls geht nicht auf die Römerin zurück. Seine Herkunft ist zwar nicht gesichert, man vermutet aber, daß er keltischen Ursprungs ist. Mit der Ausgrabung eines zu einem Gutshof gehörenden Herrenhauses aus dem 4. Jahrhundert fand man südlich von Leiwen ein weiteres Zeugnis römischer Besiedlung.

Erstmals geschichtlich erwähnt wurde Leiwen zu Beginn des 9. Jahrhunderts. Mit der Schenkung des Ortes an den Erzbischof Richbod (Erzbischof um 791, † 1. Oktober 804) erlangte Kurtrier die Grundherrschaft und Hochgerichtsbarkeit über Leiwen. Neben dem Trierer Stift St. Simeon besaß unter anderem auch die Abtei St. Martin hier größere Güter. Schon sehr früh war Leiwen ein kirchliches Zentrum. 1330 wurde eine bereits bestehende Kirche genannt. Um das Jahr 1500 wurde eine neue Pfarrkirche errichtet, die dem hl. Stephanus geweiht war.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts war Leiwen eine französische Bürgermeisterei. Sie wurde in preußischer Zeit fortgeführt. Anfang des 19. Jahrhunderts besaß Leiwen auch eine größere jüdische Synagogengemeinde.
1836 erhielt Leiwen eine Schule. 1903 war die Moseltalbahn von Trier bis Leiwen fertiggestellt und wurde nach Bullay weitergeführt. Sie existiert heute jedoch nicht mehr.

Pfarrkirche St. Stefan

Die katholische Pfarrkirche St. Stefan wurde in den Jahren 1769 bis 1771 als dreischiffige Hallenkirche mit angebautem Westturm errichtet. Von dem spätgotischen Vorgängerbau wurde der Chor (um 1500) übernommen. Der Turm besitzt rundbogige Schallarkaden und wird von einer spitzen achteckigen Schieferpyramide nach oben abgeschlossen.

Der Innenraum ist durch Strebepfeiler gegliedert. Auf ihnen ruhen die Kreuzgewölbe. Die Wände der Seitenschiffe werden jeweils von drei Rundbogenfenstern durchbrochen. Die Stirnseite des Chores zieren zwei Maßwerkfenster.

Die Ausstattung stammt überwiegend aus der Erbauungszeit und präsentiert sich in reichen Rokokoformen. Die beiden Seitenschiffaltäre von 1770 zeigen in ihren Figurennischen auf der linken Seite eine Muttergottes mit Kind und auf der rechten Seite den hl. Sebastian. Sehenswerte barocke Werke sind auch die Kanzel, die reich verzierten Beichtstühle und Gestühlwangen, der mit Figurenschmuck versehene Taufstein sowie der Hochaltar (um 1700). Letzterer ersetzt heute den ursprünglichen Hochaltar, der 1851 durch einen Brand zerstört wurde. Im Aufsatz sieht man ein Gemälde von der Himmelfahrt Mariens. Darüber thront eine Muttergottes mit Kind.

An der Kirchenfassade und am Kirchenvorplatz sind ein Grabstein eines Pfarrers und ein Grabkreuz eines Schiffers eingemauert.
Seitlich des Kirchenportals zeigt ein etwa drei Meter hoher Sandsteinbildstock eine Kreuzigungsgruppe. Am Schaft sind die eucharistischen Zeichen Kelch und Hostie zu sehen. Eine Inschrift aus dem Jahre 1727 verweist auf die Verwendung des Bildstocks als Missionskreuz.
Auf dem Kirchenvorplatz steht ein Kriegerdenkmal, das 1928 für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aufgestellt wurde. Auf einem stufenförmigen Sockel thront Christus über einer Weltkugel.

Ehemaliger kurtrierischer Hof

Der ehemalige kurtrierische Hof am  nordöstlichen Dorfrand (Tränkgasse) wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Weingut erbaut. Er war Sitz des Meiers des Trierer Erzbischofs und wahrscheinlich auch des Leiwener Hochgerichts bis zur Auflösung des Trierer Kurstaates 1797. Im Zuge der Säkularisation kam der Hof 1803 in Privatbesitz.
Dem 1610 erwähnten Renaissancebau ist giebelseitig ein Treppenturm als Risalit vorgesetzt. Während der linke Gebäudeteil als Wohnraum genutzt wurde, diente der rechte als Ökonomiegebäude. Im Türsturz befindet sich ein Doppelwappen. Im Innern schmückt eine reich verzierte Stuckdecke den Saal zur Moselseite.

Ehemaliger Zehnthof

Der ehemalige Zehnthof in der Laurentiusstraße, der auf die Jahre 1484/85 datiert ist, ist ein mittelalterlicher Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoß. 1558 und 1824 fanden Umbaumaßnahmen statt. Der Anbau zur rechten Seite wurde früher als Kelterhaus genutzt. Zur linken Seite befindet sich die Zehntscheune. Zehntscheune und Keller dienten als Lagerplatz für die zu entrichtenden Abgaben der Gemeinde.
Die Inneneinteilung des heute als Wohnhaus genutzten Zehnthofes hat sich erhalten. Die Ausstattung ist teilweise barock.

Ehemalige Euchariuskapelle

Die ehemalige Euchariuskapelle wurde erstmals 1656 erwähnt. Jährlich wurden hier zwei Messen gelesen. Das Umfeld der Kapelle diente als Grabstätte in nicht geweihter Erde.
Das ehemalige Gotteshaus ist ein dreiseitig geschlossener Giebelbau mit verschiefertem Dachreiter und rundgeschlossenen Fenstern.

Nach der Versteigerung im Zuge der Säkularisation (1803) wurde das Gebäude zunächst als Lagerhalle und von 1887 bis 1967 als Eichamt genutzt. Seit einer grundlegenden Restaurierung in den Jahren 1991 und 1992 ist es zusammen mit der angrenzenden Scheune als Heimatmuseum und Weinmuseum eingerichtet. Die ausgestellten Objekte vermitteln einen Eindruck von der Kunst des Küferhandwerks, den vielfältigen Arbeiten rund um den Weinbau sowie der Geschichte und den Brauchtümern des Ortes.
Öffnungszeiten: donnerstags 10 bis 12 Uhr, samstags 13 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung (Stand Frühjahr 2001).

Jüdischer Friedhof

Neben der Besichtigung weiterer unter Denkmalschutz stehender Gebäude lohnt auch ein Besuch des jüdischen Friedhofs. Die Grabsteine sind entweder rundgeschlossene Stelen, Obelisken oder Steine mit Obeliskenaufsatz. Die Inschiften sind hebräisch und teilweise deutsch wiedergegeben.

Tourismusangebote

Um Leiwen gibt es rund 100 km beschilderte Wanderwege durch Weinberge und Wälder. Informative Spaziergänge bieten ein W einlehrpfad und ein Waldlehrpfad. Auch eine geführte Weinbergswanderung ist möglich. Reizvoll ist in jedem Fall eine Wanderung durch das Tal der Kleinen Dhron. Man erreicht das Tal, wenn man sich zunächst in Richtung Neumagen-Dhron begibt und dann bei der Siedlung "Im Dhrönchen" rechts abbiegt. Über dem Steilabfall zum Taleinschnitt steht eine kleine Kapelle aus dem Jahre 1756, das sogenannte Leiwener Bildchen. Im Taleinschnitt der Kleinen Dhron steht die Leiwener Mühle von 1882 mit nebenstehendem Scheunengebäude. Weiter dem Tal folgend gelangt man zum Dhrontal-Stausee, den der Bach mit Wasser aus dem Hunsrück speist. Lohnenswert ist auch eine Besichtigung des Dhrontalkraftwerkes.
Einen eindrucksvollen Blick ins Moseltal und auf Trittenheim bietet die Zummethöhe südöstlich von Leiwen, auf der sich früher die römische Villa befand.

Schöne Ausflüge mit dem Fahrrad kann man entlang des Moselufers unternehmen. Moselaufwärts führt der Radweg in Richtung Köwerich und Thörnich, moselabwärts in Richtung Trittenheim auf der gegenüberliegenden Moselseite (über eine Moselbrücke erreichbar) und Neumagen-Dhron.

Zwischen Trier und Bernkastel-Kues bestehen während der Saison immer wieder Möglichkeiten, eine kurze Schiffahrt oder eine längere Schiffsreise zu unternehmen. Von Mitte Mai bis 1. Oktober verkehren unter anderem jeden Dienstag Personenschiffe in beiden Richtungen. Von Leiwen aus startet ein Moselschiff gegen 11.15 Uhr in Richtung Trier und gegen 11.30 Uhr in Richtung Bernkastel-Kues (unverbindliche Angaben). Genaue Zeitangaben sind dem Fahrplan vor Ort zu entnehmen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Schiffsanlegestellen der Moselschiffahrt bzw. Schleusen zwischen Trier und Bernkastel-Kues: Trier Zur Lauben | Trier-Pfalzel | Schweich | Mehring | Schleuse Detzem | Klüsserath | Leiwen | Trittenheim | Neumagen-Dhron | Piesport | Minheim | Schleuse Wintrich | Kesten | Brauneberg | Mülheim | Bernkastel-Kues.

Weitere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in Leiwen sind Angeln, Tennis und Schwimmen. Leiwen besitzt ein modernes Panoramabad (Freibad) und Tennisanlagen.

Am Ende eines ausgefüllten Tages könnte eine Weinprobe mit Besichtigung einer Weinkellerei locken.

Die Weinfeste und Veranstaltungen im Leiwener Jahreskalender sind das Pfarrfest am ersten Wochenende im August, das Weinfest am dritten Augustwochenende und das Weinlesestraßenfest mit moselländischen Spezialitäten am ersten Wochenende im September.

1 Von Trier nach Bernkastel-Kues Mittelmosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

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Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

1.01 Trier an der Mosel
1.01a Porta Nigra
1.01b Amphitheather
1.01c Kaiserthermen
1.01d Palastaula
1.01e Kurfürstliches Palais
1.01f Dom St. Peter
1.01g Liebfrauenkirche
1.01h Marktkirche St. Gangolf
1.01i Hauptmarkt Marktplatz
1.01j Kloster St. Matthias
1.01k Stiftskirche St. Paulin
1.01l  Simeonstift
1.02 Trier-Biewer
1.03 Trier-Pfalzel
1.04 Trier-Ruwer
1.05 Trier-Ehrang
1.05a Burg Ramstein
1.06 Kenn
1.07 Trier-Quint
1.08 Schweich-Issel
1.09 Schweich
1.10 Longuich-Kirsch
1.11 Riol
1.12 Mehring
1.13 Pölich
1.14 Schleich
1.15 Detzem
1.16 Ensch
1.17 Thörnich
1.18 Klüsserath
1.19 Köwerich
1.20 Leiwen
1.21 Trittenheim
1.22 Neumagen-Dhron
1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
und Kloster Klausen

1.25 Minheim
1.26 Wintrich
1.27 Kesten
1.28 Brauneberg-Filzen
1.29 Neu Filzen
1.30 Brauneberg
1.31 Mülheim (Mosel)
1.32 Veldenz
1.33 Burgruine Veldenz
1.34 Maring-Noviand
1.35 Lieser
1.36 Bernkastel-Kues-Andel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

Cochem

 

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/1-trier-bernkastel-kues/1-20-leiwen/index.html