2.05 Ürzig an der Mosel Sonnenuhr Ruine der Burg zur Leyen Moselbrück Mönchshof Weingut Kloster Bogenschießen Trier Wolf Burggraf Bernkastel-Kues Hallenbad Cochem Manderscheid Wittlich Starkenburg Kröv Orley Geschichte Moselschiffahrt Weinfest Kondelwald Franken Bad-Bertrich Traben-Trarbach Reil Bengel Zeltingen Eifel Frankenkönig Schiffstour Weinberge Route Wilhelm Urkunde Weingüter Landshut Weinort Pfullingen Entfernung Hunsrück Weinkeller Bertrich Kinderbeuren Wanderwege Konrad Säkularisation Winzerfeste Burgruinen August Napoleon keltische September Freibad

2.05 Ürzig

Der Weinort Ürzig mit etwa 1000 Einwohnern zwängt sich malerisch auf der linken Moselseite zwischen steilen Rebhängen und dem Fluß. Er liegt ca. 9 km nordwestlich von Bernkastel-Kues und etwa 74 km südwestlich von Cochem. Verwaltungsmäßig gehört Ürzig zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Die Mosel legt von Ürzig bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 120 km zurück.
Direkt neben dem Ort erheben sich, umrahmt von lichten Laubwäldern, die Weinberge der Spitzenlage "Würzgarten", ein Name, der das Herz eines jeden Weinkenners höher schlagen läßt. Die zweite Ürziger Weinlage ist der "Goldwingert". Repräsentiert werden die heimischen Moselweine durch die Ürziger Weinkönigin. Die Ürziger Weinlagen gehören zur Großlage "Schwarzlay", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Erden, Lösnich, Kinheim-Kindel, Wolf, Traben-Trarbach, Starkenburg, Enkirch und Burg gehören.

Das Ortsbild von Ürzig prägen romantische Gassen, idyllische Winkel, schöne Patrizierhäuser, Weingüter und Fachwerkhäuser. Kleine Weinstuben, Weinkeller, Straußwirtschaften und gemütliche Restaurants laden mit ihrem vielseitigen kulinarischen Angebot zur Einkehr ein. Vielen Fernsehzuschauern ist Ürzig bekannt aus der Serie "Moselbrück", die hier gedreht wurde. Ein Gebäude, in dem die Schauspieler agierten, ist der Mönchshof, der früher als Weingut der Abtei Himmerod gehörte. Der wunderschöne Bau am Moselufer fällt bei der Einfahrt in den Ort sofort ins Auge. Unweit des Mönchshofs steht ein weiterer ehemaliger Hof, das frühere Weingut des Kloster Springiersbach. Sehenswert ist auch die katholische Pfarrkirche. Von den ehemals drei Burgen auf der Ürziger Gemarkung ist nur noch die Ruine des Wachtturms der Burg zur Leyen erhalten. Auf den Resten des Wachtturms befindet sich heute eine riesige Sonnenuhr. Sie gilt als die älteste Sonnenuhr Europas. Auf der Strecke von Ürzig moselaufwärts bis nach Filzen begegnet man insgesamt 9 Sonnenuhren.

Der Bahnhof von Ürzig liegt ca. 1,5 km außerhalb des Ortes in Richtung Kinderbeuern und Bausendorf in der Eifel.

Bahnstationen an der Moselstrecke sind: Koblenz Hbf | Koblenz-Moselweiß | Güls (Kr Koblenz) | Winningen (Mosel) | Kobern-Gondorf | Lehmen | Kattenes | Löf | Hatzenport | Moselkern | Müden (Mosel) | Treis-Karden | Pommern (Mosel) | Klotten | Cochem (Mosel) | Ediger-Eller | Neef | Bullay (DB) | Bengel | Ürzig (DB) | Wittlich Hbf | Salmrohr | Sehlem (Kr Wittlich) | Hetzerath | Föhren | Schweich (DB) | Quint | Ehrang Ort | Ehrang | Trier/Mäusheckerweg | Pfalzel | Trier Hbf .

In den Weinbergen von Ürzig ragt eine steile Felswand heraus, an der vor langer Zeit eine Greueltat verübt worden sein soll. Der Erzbischof von Köln konnte beim deutschen Kaiser erwirken, daß sein Verwandter Konrad von Pfullingen Erzbischof von Trier werden sollte. Die Trierer wollten sich jedoch keinen Fremden vorsetzen lassen. Der Kandidat sollte die Stadt nie betreten. So machte sich der bischöfliche Haushofmeister Theoderich mit einer Schar auf und überfiel den neuen Bischof bei Ürzig auf dem Weg ins Erzstift. Man setzte ihm eine falsche Bischofsmütze auf, verspottete ihn und sürzte ihn den erwähnten Felsen hinab. Wie durch ein Wunder überlebte Konrad den Mordanschlag. Als man die Untat noch zweimal mit dem gleichen Ergebnis wiederholt hatte, sah ein Gefolgsmann Theoderichs darin ein Zeichen des Himmels. Der bischöfliche Haushofmeister ließ sich aber nicht beirren und hieb Konrad den Kopf ab. Als der Kaiser von der Freveltat erfuhr, verbannte er Theoderich aus dem Lande.

Zur Geschichte

Ürzig gehört zu den ältesten Orten an der Mosel. Bereits 400 v. Chr. besiedelten keltische Treverer dieses Fleckchen Erde. In römischer Zeit hieß der Ort "Ursiacum", also Hof des Ursus. Mit den Römern kam auch der Weinbau und Ürzig enwickelte sich in dieser Zeit zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Hunsrück und Eifel. Bereits um das Jahr 120 soll der hl. Maternus in Ürzig das Evangelium verkündet haben. Ihm ist nicht nur die Pfarrkirche geweiht, sein Andenken wird auch im Gemeindewappen wachgehalten. Mitte des 5. Jahrhunderts übernahmen die Franken die Herrschaft in Ürzig und verleibten es dem fränkischen Dörferverbund "Kröver Reich" ein. Ürzig konnte sich jedoch schon frühzeitig wieder von dem Königsgut Kröv lösen.

Erstmals erwähnt wurde Ürzig im Jahre 690 in einer Schenkungsurkunde.
Nach dieser Urkunde vermachte Adela [ Adula ], die Tochter des Merowingerkönigs [ Frankenkönig ] Dagobert II. (König 2. Februar 656, abgesetzt 660/661 und 676 bis 679) ihre sämtlichen Besitzungen in Ürzig dem von ihr gestifteten Jungfrauenkloster in Pfalzel bei Trier. Diese Urkunde enthält einige der frühestdatierten Ortsangaben nach der Zeit der Völkerwanderung, die ansonsten kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen hat. 873 wurde bereits eine Kirche in dem Ort genannt.

Verschiedene Rittergeschlechter, derer von Urzecha, derer von Orley und derer von der Leyen, errichteten auf den Moselhöhen bei Ürzig im Mittelalter drei Burgen. Die Burg zur Leyen ist mit der Geschichte eines Attentats verbunden, dem der später heiliggesprochene Erzbischof von Trier Kuno I. von Pfullingen am 1. Juni 1066 zum Opfer fiel. Auf dem Weg zu seiner Residenz wurde er von Burggraf Theoderich überfallen und auf die Burg entführt. Dort stieß man ihn den Felsen hinab. An dieses Ereignis erinnert heute noch ein Denkmal am Wachtturm der ehemaligen Burg, der noch als kümmerlicher Rest übriggeblieben ist. Links des mit einer  Sonnenuhr geschmückten Wachtturms stand die Burg Orley. Nach ihrer Zerstörung durch den Erzbischof von Trier, Arnold II. von Isenburg (Kurfürst 1242, † 4. November 1259), verschwand sie gänzlich vom Erdboden. Das Adelsgeschlecht von Orley starb im 17. Jahrhundert aus. Die dritte Burg stand wohl im Ort. Ihr genauer Standort ist jedoch nicht mehr bekannt.

Nach einem Weistum von 1568 besaß Ürzig besondere Freiheiten und Hoheitsrechte, darunter das freie Jagdrecht, das Recht, jeden Donnerstag nach Ostern einen Krammarkt und Viehmarkt abzuhalten, sowie die Gerichtshoheit. Die Ürziger Schöffen hatten auch in Kriminalsachen und Blutsachen zu richten. An diese Zeit erinnerte der Pranger vor dem alten Rathaus bis zu dessen Abriss im Jahre 1898.

Neben den weltlichen Herrschern waren auch geistliche in Ürzig vertreten. Zahlreiche Klöster, darunter die Abteien St. Maximin in Trier, Himmerod und Kloster Springiersbach, sowie das Priesterseminar hatten hier Weinbergbesitz. Sie hatten auch Anteil am Besitz der Nachbarn jenseits der Mosel, Erden und Zeltingen-Rachtig. Im Zuge der Säkularisation unter Napoleon wurde sämtlicher Klosterbesitz veräußert. Lediglich das Weingut des  Priesterseminars von Trier besteht heute noch.

Der Mönchshof

Der Mönchshof ist eines der ältesten Weingüter der Mosel. Er war ehemals im Besitz der Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel. 1177 wurde der Weinbergsbesitz des Klosters von Papst Alexander III (7. September 1159, † 30. August 1181). bestätigt. Aus dem 12. Jahrhundert stammen auch die Gewölbekeller. Das heutige Gutsgebäude wurde 1509 fertiggestellt. 1804 gelangte der Hof in private Hände. Die prächtige Renaissance-Fassade, die dem Mönchshof einen unverwechselbaren Charakter verleiht, wurde 1898 von Jean Eymael gestaltet.

Pfarrkirche St. Maternus

Die katholische Pfarrkirche St. Maternus wurde in den Jahren 1866 und 1867 als neugotische Hallenkirche erbaut. Der quadratische Westturm aus dem 15. Jahrhundert wurde von einem Vorgängerbau übernommen. Er wird flankiert von kleinen übergiebelten Vorhallen. Neben dem Ostportal ist eine Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1618 zu sehen.

Tourismusangebote

Ürzig verfügt über drei markierte Wanderwege mit einer Gesamtlänge von etwa 12 km. Längere Wanderwege führen z. B. über Kinderbeuren, Hetzhof Kondelwald nach Bad Bertrich (ca.15 km) oder Strohn, Gillenfeld und Eckfeld nach Manderscheid. 

Zwischen Trier und Koblenz verläuft auch der Moselhöhenweg, der durch ein "M" markiert ist. Die Route führt auf beiden Seiten der Mosel sowohl durch den Hunsrück als auch durch die Eifel. Höhepunkte der einzelnen Etappen sind die zahlreichen Burgen und Burgruinen an der Mosel sowie herrliche Aussichtspunkte auf das windungsreiche Moseltal und die romantischen Moselorte. Als Tagesetappen vom Moselhöhenweg auf der Eifelseite empfehlen sich folgende Strecken von Ürzig aus:

Ürzig – Lieser (ca. 16 km)
Ürzig – Alf (ca. 22 km)

Der Moselhöhenweg von Ürzig nach Lieser führt fast ausschließlich durch Waldgebiete bis oberhalb von Bernkastel-Kues, von wo man eine schöne Aussicht auf das Moselstädtchen und die Moselschleife hat. Markante Stationen auf dieser Strecke sind der Aussichtspunkt und Rastplatz Donnerkreuz, die Wegespinne Dreifaltigkeit und die Paulskapelle auf dem Paulsberg (268 m. ü. M.). Von der Höhe bei Bernkastel-Kues geht es dann durch die Weinberge hinab zum Etappenziel Lieser.

Der Moselhöhenweg von Ürzig nach Alf führt im ersten Streckenabschnitt nach dem Aufstieg oberhalb von Weinbergen teils auf Waldwegen teils durch offene Landschaft bis nördlich der Festung Mont Royal. Lohnenswerte Haltepunkte bis dahin sind der Aussichtspunkt Borberg mit Schutzhütte oberhalb von Ürzig sowie die Grillhütte "Hähnchen Born" und die Grabkapelle der Grafen von Kesselstatt oberhalb von Kröv. Von der Festung Mont Royal geht es weiter auf einem Hangweg über drei Seitentäler und den Heißen Stein bei Reil bis zum Reiler Hals, anschließend hauptsächlich durch Wald mit Aussichten ins Moseltal und vorbei an einer Schutzhütte abwärts bis nach Alf.

Fahrradfahrer können von Ürzig aus schöne Touren entlang des Moselufers unternehmen. Flußaufwärts geht es in Richtung Wehlen und Bernkastel-Kues, flußabwärts in Richtung Kinheim-Kindel und Kröv. Bei Kinheim-Kindel und Zeltingen-Rachtig besteht die Möglichkeit, die Moselseite zu wechseln.

Zu den weiteren Freizeitangeboten in Ürzig gehören Angeln, Tennis, Bogenschießen, Paragliding Schiffstouren auf der Mosel und organisierte Ausflüge nach Luxemburg, Trier, Idar-Oberstein und anderen Zielen. Die nächsten Schwimmbäder sind das Hallenbad und Freibad in Bernkastel-Kues, das Thermalbad, Hallenbad und Freibad in Bad Bertrich in der Eifel und das Hallenbad und Freibad in Wittlich in der Eifel. Die Entfernung nach Wittlich beträgt ungefähr 10 km; nach Bad Bertrich sind es ungefähr 14 km.

Zwischen Bernkastel-Kues und Cochem bestehen während der Saison immer wieder Möglichkeiten, eine kurze Schiffstour oder längere Schiffsausflüge zu unternehmen. Zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach verkehren täglich gleich mehrere Schiffe zu unterschiedlichen Abfahrtszeiten vom Vormittag bis zum späten Nachmittag. Von Traben-Tarbach aus hat man dann je nach Wochentag gegen 14.30 Uhr Anschluß mit einem Personenschiff nach Cochem. Anschlußmöglichkeiten bestehen von Anfang Mai bis Ende Juni dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags, im Juli und August täglich außer montags und freitags (unverbindliche Angaben). Genaue Zeitangaben sind dem Fahrplan vor Ort zu entnehmen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Schiffsanlegestellen der Moselschiffahrt bzw. Schleusen zwischen Bernkastel-Kues und Cochem: Bernkastel-Kues | Schleuse Zeltingen-Rachtig | Zeltingen-Rachtig | Ürzig | Kröv | Traben-Trarbach | Schleuse Enkirch | Enkirch | Reil | Pünderich | Briedel | Zell | Bullay | Alf | Schleuse St. Aldegund | Ediger-Eller | Senheim | Mesenich | Briedern | Beilstein | Schleuse Bruttig-Fankel | Bruttig-Fankel | Ernst | Cochem.

Winzerfest / Winzerfeste : Die wichtigsten jährlichen Weinfeste und Veranstaltungen in Ürzig sind die Tage der offenen Weinkeller am Pfingstwochenende und an Fronleichnam, das Weinfest und Heimatfest am zweiten Wochenende im August und die Weinkirmes und Zwetschgenkirmes Mitte September. Somit hat man drei Wochenenden für eine feucht-fröhliche Weintour zur Auswahl. 

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

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Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

2.01 Bernkastel-Kues
2.01a Burgruine Landshut
2.02 Graach
2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen
2.04 Zeltingen-Rachtig
2.05 Ürzig
2.06 Erden
2.07 Lösnich
2.08 Kinheim-Kindel
2.09 Kröv
2.10 Traben-Trarbach-Wolf
2.11 Traben-Trarbach
2.11a Festung Mont Royal
2.11b Grevenburg
2.11c Starkenburg
2.12 Enkirch
2.13 Burg
2.14 Reil
2.14a Kloster Springiersbach
2.15 Pünderich
2.16 Briedel
2.17 Zell
2.17a Kurfürstliches Schloß
2.18 Zell-Kaimt
2.18a Kloster Marienburg
2.19 Zell-Merl
2.20 Bullay
2.21 Alf
2.22 Burg Arras
2.23 Bad Bertrich
2.24 St. Aldegund
2.25 Neef
2.26 Bremm
2.26a Klosteruine Stuben
2.27 Ediger-Eller
2.28 Nehren
2.29 Senheim
2.30 Senheim-Senhals
2.31 Mesenich
2.32 Briedern
2.33 Ellenz-Poltersdorf
2.34 Beilstein
2.34a Burgruine Beilstein
2.35 Bruttig-Fankel
2.36 Ernst
2.37 Valwig
2.38 Cochem-Sehl
2.39 Cochem-Cond

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

 

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-05-uerzig/index.html