2.11c Burg Starkenburg bei Traben-Trarbach an der Mosel Burgruine Grevenburg | Festung Mont Royal | Traben-Trarbach Sponheim Luxemburg Kloster Aussicht Trier Lauretta Corvey Gaststätte Schiffsfahrt Beuren Cochem Hintertiefenbach Grafen Winter Briedern Ritzenberg Balduin geöffnet Taxi Dill Regulshausen Grafschaft Sponheimer Sayn Mauer Keller

2.11c Burg Starkenburg bei Traben-Trarbach

Hoch oben zwischen Traben-Trarbach und Enkirch liegen auf einem steil vom Hunsrück zur Mosel abfallenden Berggrat (250 m. ü. M.) über dem Ahringsbachtal Ort und ehemalige Burg Starkenburg. Die einmalige Höhenlage bietet dem Besucher einen fantastischen Panoramablick über das Moseltal, die Moselorte Traben-Trarbach und Enkirch und weit in die Eifel hinein. Der Ort Starkenburg wird im Norden von dem Burgfelsen mit den Resten der Burganlage begrenzt.

In dem Ort Starkenburg wird auch Wein angebaut. Die Starkenburger Weinlage heißt "Rosengarten". Sie gehört zur Großlage "Schwarzlay", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Ürzig, Erden, Lösnich, Kinheim-Kindel, Wolf, Traben-Trarbach, Enkirch und Burg gehören.

Zur Geschichte der Burg

Den Burgfeslsen erkannten schon die Römer als eine strategisch günstige Stelle. Deshalb errichteten sie hier eine Festung. Die Starkenburg war seit 1125 Sitz der Grafen von Sponheim, einem aus Kärnten in Österreich stammenden Geschlecht. Der erste, 1040 namentlich erwähnte Vertreter dieses Geschlechts im Moselraum war Eberhard von Sponheim.

Ende des 12. Jahrhunderts war die Starkenburg im Besitz des mit der Gräfin Adelheid von Sayn verheirateten und 1181 genannten Grafen Gottfried II. Er trug nach 1190 einen Teil der Burg, und zwar die zur Pfarrei Enkirch gehörige Hälfte dem Erzbischof Johannes I. von Trier (1190 bis 1212) zu Lehen auf. Der Bereich erstreckte sich unter anderem auf die Vorburg, den großen Turm und die Johannes dem Täufer geweihte Burgkapelle, bei der sich eine Begräbnisstätte für das Burggesinde befand. Die andere, in der Pfarrei Trarbach gelegene Hälfte der Burg war bis 1339 ein Lehen des Klosters Corvey.

Nach der Teilung der Grafschaft Sponheim im Jahre 1234 wurde die Starkenburg Residenz der sogenannten "Hinteren Grafschaft". Zu ihr gehörten Mitte des 13. Jahrhunderts folgende Orte an der Mosel und im Hunsrück: Enkirch, Traben, Trarbach, Wolf, Irmenach, Beuren, die Birkenfeld-Brombacher Pflege, Dill, Herrstein, Göttschied, Regulshausen, Gerach, Hintertiefenbach, Höhweiler (untergegangener Ort), Ritzenberg, Allenbach, Wirschweiler und (seit 1248) Winningen an der Untermosel.

Berühmtheit erlangte die Starkenburg im 14. Jahrhundert durch die mutige und tatkräftige Gräfin Lauretta, die junge Witwe des Grafen Heinrich II. von Sponheim. Sie hatte in dem Erzbischof von Trier, Balduin von Luxemburg, ihren Widersacher, der die Grafschaft der Sponheimer als störenden Fremdkörper im kurfürstlichen Territorium ansah und sie gerne unter seine Herrschaft gebracht hätte. Respektlos, wie Lauretta war, ließ sie 1327 den Erzbischof während einer Schiffsfahrt auf der Mosel gefangennehmen und für neun Monate auf der Starkenburg in Ehrenhaft einsperren. Weder die Drohungen des Kaisers noch der Bannfluch des Papstes konnten Lauretta beeindrucken. Erst nach einem Sühnevertrag vom 7. Juli 1328, der dem Erzbischof ein hohes Lösegeld und politische Eingeständnisse abverlangte, ließ sie Balduin von Luxemburg frei. Ihren Lebensabend verbrachte Lauretta in den zum Witwensitz umfunktionierten Gebäuden, die zum Kloster Corvey gehörten.

Laurettas Sohn, Johann III., lag ebenfalls mehrfach mit Kurtrier in Fehde, konnte aber die Früchte der Arbeit seiner Mutter ernten. Es gelang ihm, die Herrschaft der Sponheimer zu festigen. Er gründete um die Mitte des 14. Jahrhunderts die Grevenburg bei Traben-Trarbach und ließ Trarbach mit einer Mauer umgeben. Nach seinem Umzug auf die neue Burg, auf der er auch im hohen Alter erblindet verstarb, begann der allmähliche Verfall der Starkenburg. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde ein Teil der Gebäude abgerissen. Im Polnischen Erbfolgekrieg wurde die Starkenburg 1738 von französischen Truppen eingenommen und schließlich zerstört. Übrig blieb nur noch ein Steinhaufen. Heute lädt in der Ruine die Burggaststätte "Zur schönen Aussicht" zum Verweilen ein.

Die Anlage

Die Starkenburg war einstmals eine langgestreckte Anlage von ca. 125 m Länge und ca. 17 m Breite. Dazu kamen aber noch Befestigungen auf den beiden vorgelagerten Höhen. Im Norden, nach Enkirch zu, lag ein Burggraben, der auch heute noch gut erkennbar ist. Ein südlicher Grabeneinschnitt befand sich unmittelbar unter dem neuen Bau der Gaststätte. Die Gebäude zwischen der Kernburg und der Burgkapelle besaßen zum Teil überwölbte Keller und gehörten zur Vorburg. Von der Anlage ist außer einigen Fundamenten und Mauerresten nichts mehr erhalten.

Eine durch eine Mauer mit der Starkenburg verbundene Befestigung unterhalb der Burg bestand bereits zur Zeit der Gräfin Lauretta. Sie diente der Zollsicherung. Zu ihr zählte der Zollturm mit einem Unterbau von 3,70 m Durchmesser, ein weiteres Türmchen, das um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, und eine mit ihm durch eine 2 m starke Mauer verbundene dreiseitige Plattform von 3 m Seitenlänge. Wahrscheinlich war auch der Wachtturm an der Mosel der "Unterburg" zugehörig.

Die Burggasstätte "Zur schönen Aussicht" ist vom Frühjahr bis Spätherbst, im Winter nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet.

Zur Starkenburg bestehen mehrere Anfahrtsmöglichkeiten mit dem Pkw:
Von der Hunsrückhöhenstraße (B 327) biegt man die Straße nach Irmenach ab und fährt weiter nach Starkenburg.
Vom Moseltal aus fährt man in Traben-Trarbach oder Enkirch Richtung Hunsrück und biegt an der beschilderten Abzweigung nach Starkenburg ab.
Parkmöglichkeit besteht im Ort.

Weitere Anfahrtsgelegenheiten bieten von Bullay aus die Moselweinbahn bis nach Traben-Trarbach und der Moselbahnbus über Zell bis nach Enkirch. Die restliche Strecke nach Starkenburg kann man von Enkirch mit dem Taxi (3 km) und von Traben-Trarbach aus mit dem Taxi oder dem Bahnbus (7 km) zurücklegen.

Wandermöglichkeiten

Von der Starkenburg aus lassen sich reizvolle Wanderungen unternehmen. Über den Berggrat führt der mit "M" gekennzeichnete Moelhöhenweg, einer der schönsten Wanderwege an der Mosel.

Ein Rundweg führt ins Ahringsbachtal zu den Starkenburger Mühlen und nach Starkenburg zurück.

Nach Enkirch hat man die Wahl zwischen drei Wanderrouten. Eine bequeme Waldstraße führt in 3 km hinunter zu dem Moselort.
Ein zweiter Weg führt über den Ort Starkenburg. Dort biegt man vor einem Bruchsteingebäude, ca. 100 m unterhalb der Starkenburger Kirche in die Straße "Im Haag" ein. Nach etwa 150 m zweigt links ein Schotterweg ab, der bei der Klosterkirche in Enkirch endet.
Der reizvollste Wanderweg nach Enkirch ist ein geschlängelter Fußpfad, der vom Burgfelsen vorbei an Felsklippen, schönen Aussichtspunkten und vielen Ruhebänken vorbeiführt.

Nach Traben-Trarbach gelangt man über den Starkenburger Pavillon, der eine atemberaubende Aussicht auf die Moselschleife bietet. Von dort führt ein etwa 50 m langer, steiler Pfad hinunter zum Fußweg in das Moselstädtchen. Wandert man vorbei am Starkenburger Pavillon auf der Höhe am Waldrand vorbei, so trifft man nach ca. 15 Minuten auf einen rechts abbiegenden Waldweg. Nach wenigen Metern erreicht man den Aussichtspunkt "Bismarckhöhe". Nach weiteren 1000 m auf dem Hauptfahrweg biegt halb links ein Fußweg zu den Weinbergen ab. Hält man sich oberhalb der Weinberge, so erreicht man die Grevenburg, von der der Abstieg nach Traben-Trarbach leicht zu finden ist.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Burgruine Grevenburg | Festung Mont Royal | Traben-Trarbach

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-11c-starkenburg/index.html