2.15 Pünderich an der Mosel Kloster Marienburg Weinfest Schifftouren Royal Fährhaus mittelalterliche Mariensäule Wappen Schifffahrt Termine Reil Geschichte Koblenz Weinfeste Besetzung öffentliche Furt Enkirch Bedeutung Anlegestellen Jugendclub Franken Bullay Trier Hessen Trarbach Helena Kerbschnitzerei Traben-Trarbach Bernkastel-Kues Strassen Ort August Briedel Moselbrücke Altes Rathaus Moselort Marienkapelle Bildstock

2.15 Pünderich an der Mosel

Der Weinort Pünderich mit rund 1000 Einwohnern gehört zur Verbandsgemeinde Zell im Landkreis Cochem-Zell. Er liegt gegenüber dem ehemaligen Kloster Marienburg am rechten Moselufer, ca. 39 km nordöstlich von Bernkastel-Kues und ca. 44 km südwestlich von Cochem. Die Bundesstraße 53 führt südlich am Moselort vorbei, so daß Pünderich nicht direkt vom Durchgangsverkehr betroffen ist. Die Mosel legt von Pünderich bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 94 km zurück.

Umgeben ist der Moselort von einer lieblichen Weinlandschaft. Die Reben der Pündericher Moselweine reifen in den Weinlagen "Marienburg", "Nonnengarten", "Rosenberg" und "Goldlay". Sie gehören zur Großlage "vom heißen Stein", zu denen auch die Weinlagen der Moselorte Reil und Briedel gehören. Eine Brücke besitzt Pünderich nicht. Wer zur anderen Moselseite möchte, muß die Fähre benutzen.

Die zahlreichen, schön erhaltenen Fachwerkhäuser in Pünderich mit ihren aufwendigen Schnitzereien lassen vermuten, daß der Ort in früherer Zeit zu den wohlhabenderen gehörte. Viele Preise auf Landesebene ehren ihn als einen der schönsten Moselorte. Im Sommer verwandelt sich Pünderich in ein Blumenmeer. Ein gemütlicher Bummel über die gepflasterten Gassen des Ortskerns lohnt sich ebenso wie ein Spaziergang über die Nußbaumallee am Moselufer. Viele stille Winkel und Plätze laden zum Sitzen und Träumen ein. Mitten im Dorf begegnet der Gast einer historischen Eichstelle für Weinfässer. Ein Kleinod ist das alte Fährhaus aus dem Jahre 1621. Sehenswert sind auch das alte Rathaus von 1615 mit seinem runden Treppenturm, die Pfarrkirche St. Markus und die Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes. Die mittelalterliche Befestigung ist jedoch nur noch zu erahnen.

Zur Geschichte

Wenig unterhalb von Pünderich befindet sich eine alte Furt, die schon die Römer als Flußübergang genutzt haben. Von der Furt erhielt der Moselort auch den lateinischen Namen Pontariacum. Daß die Römer in Pünderich siedelten belegen Funde in der Nähe der Marienkapelle, wo sie wohl ein Lager hatten, und am alten Moselbahnhof. An die Zeit der Franken erinnert ein ausgedehntes Gräberfeld auf der linken Moselseite.

Erstmas erwähnt wurde Pünderich im Jahre 1128 in einer Urkunde des Papstes Honorius, die den Besitz des Propstes Richard vom Kloster Springiersbach in Pünderich bestätigte. Schon seit früher Zeit gehörte der Ort zum Erzstift Trier. Bei ihm blieb er auch bis zur Auflösung des Mosel-Kurstaates. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der des Klosters Springiersbach in der Eifel verbunden. 1143 wurde in Pünderich eine Filialkapelle der Pfarreien Kaimt bzw. Zell genannt. Die Pfarrkirche befand sich auf der Marienburg. In der ersten Hälfte erlangte Pünderich eine gewisse kirchliche Selbständigkeit. Zu dieser Zeit bestand neben der Kapelle bereits eine Kirche. Als Pfarrei wurde der Moselort aber erst ab 1569 aufgeführt.

Für die Unterstützung des Erzbischofs Richard von Greiffenclau (Kurfürst 14. Mai 1511, † 13. März 1531) bei der Verteidigung von Trier (1522/1523) durch Pündericher Kämpfer gegen die Angriffe Franz von Sickingens (der sich im April 1523 den Verbündeten von Hessen, Pfalz und Trier ergeben mußte) soll Pünderich eine Weinbergsschenkung am Marienburger Berg erhalten haben, was jedoch urkundlich nicht belegt ist.

1618 erhielt Pünderich ein für die damalige Zeit sehr fortschrittliches Gesetzbuch, das das Leben in der Gemeinde in vielen Bereichen regelte. So wurde unter anderm das Ablagern von Unrat auf den Straßen schwer bestraft und die Vernachlässigung der Häuser und Kelter galt als Verstoß gegen die öffentliche Ordnung.

Vom Dreißigjährigen Krieg blieb Pünderich zwar nicht verschont, die Plünderungen und Zerstörungen hielten sich aber in Grenzen. Unangenehmer war hingegen die dauernde Bedrohung, die von der französischen Zwingburg Mont Royal (1687 bis 1698) ausging, die mit Zahlungsverpflichtungen und Schikanen verbunden war. Ende 1692 erschütterte ein Erdbeben den Ort und zerstörte einen Teil der Bausubstanz.

Der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen im Jahre 1794 folgte die Auflösung des Trierer Kurstaates und 1803 die Enteignung des geistlichen Eigentums. 1815 kam Pünderich unter preußische Verwaltung. Die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts waren geprägt von schweren Mißernten. Dies führte einerseits dazu, daß so exotische Erwerbszweige wie z. B. die Seidenraupenzucht in Pünderich Fuß faßten, andererseits eine große Auswanderungswelle nach Amerika einsetzte, die die Bevölkerungszahl des Ortes stark zurückgehen ließ.

Pfarrkirche St. Markus

Die katholische Pfarrkirche St. Markus wurde 1766 an Stelle eines 1529 fertiggestellten Gotteshauses errichtet. Die Einweihung fand 1781 durch Weihbischof Johann Maria Cuchot d'Herbain statt. Die mitten im Moselort gelegene Kirche mit Westturm ist ein Saalbau mit flachen Wandpfeilern und einer Spiegeldecke. Der dreiseitige Chor ist nach Osten ausgerichtet. Außen ist das Langhaus durch Lisenen gegliedert. Der frühere Eingang am Westturm mit gotischem Gewände ist heute verglast. Heute betritt man das Gotteshaus durch die beiden Seiteneingänge.

Die Ausstattung stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Der Hochaltar zeigt im Mittelfeld zwischen zwei Säulenpaaren die Himmelfahrt Mariens. Darüber sind die Figuren der Heiligen Dreifaltigkeit zu sehen, überdacht von einem Baldachin. Die beiden Seitenaltäre und die Kanzel stammen aus der Johanniskapelle in Zell-Corray. Der linke Seitenaltar ist der Unbefleckten Empfängnis geweiht und zeigt im Aufbau ein Bild des hl. Petrus mit Schlüssel. Der rechte Seitenaltar ist ein Josefsaltar. Im Aufbau ist der hl. Paulus mit Schwert dargestellt. Unter den weiteren Ausstattungsstücken verdienen ein Vesperbild und ein Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert sowie der Taufstein aus dem 16. Jahrhundert Beachtung. Die acht buntgefaßten Fenster des 19. Jahrhunderts sind Volksheiligen und regionalen Heiligen gewidmet wie St. Helena, St. Matthias, St. Irmina, St. Elisabeth, St. Willibrord und der Heiligen Familie.

Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes

Am Ortsausgang von Pünderich in Richtung Burg steht eine gotische Feldkapelle, die der Schmerzhaften Muttergottes geweiht ist. Laut Jahreszahlangabe stammt sie von 1612. Um die Kapelle mit spitzem Giebel, dreiseitigem Chorschluß und spitzbogigem Kreuzgewölbe rankt sich die Legende um eine Marienkrone. Ein Schlußstein enthält das Wappen des Trierer Kurfürsten Lothar von Metternich (1599 bis 1623). Der Flügelaltar stammt von Professor Franz Schilling, der auch die Pfarrkirche ausgemalt hat. Aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt ein Bildwerk mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens.

In einem Bildstock in der Nähe der Marienkapelle befindet sich eine stark verwitterte Platte mit einer Kreuzigungsszene und Beweinungsszene.

Fährhaus

Das alte Fährhaus wurde 1621 errichtet. Das massive Erdgeschoß wurde für Wirtschaftszwecke gebaut. Darüber befinden sich zwei Wohnetagen und zwei Speicheretagen in Fachwerk. Unter dem First ist ein vierbeiniges Fabelwesen angebracht. Die Hauswände schmücken schöne Rosetten mit Kerbschnitzerei und dämonische Fratzen. Letztere haben in der Regel eine gesellschaftliche Bedeutung. Sie verspotten nicht nur den Zeitgeist bzw. Zeitgenossen, sondern sagen auch etwas über die Stellung und die Charaktereigenschaften des Besitzers aus.

Altes Rathaus

Hinter dem Fährhaus versetzt steht das ehemalige Pündericher Rathaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die schmale zweistöckige Fachwerkfassade mit spitzem Giebel über einer offenen Erdgeschoßhalle ist verputzt. An einem Eckpfosten ist das Wappen des Erzbischof von Trier  Johann VI. von der Leyen (Kurfürst 15. April 1556, † 9. Februar 1567) angebracht. Seitlich angebaut ist ein runder Treppenturm, dessen Haube fehlt.

Tourismusangebote

Pünderich verfügt über ein markiertes Wanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von etwa 45 km.

Reizvoll sind auch Fahrradtouren durch das romantische Moseltal. Von Pünderich aus führt der Moselradweg flußaufwärts in Richtung Burg, Enkirch und Traben-Trarbach, flußabwärts in Richtung Briedel, Zell und Bullay. Zwischen Pünderich und Burg besteht die Möglichkeit, über die Brücke nach Reil auf die rechte Moselseite zu wechseln. Gesunde Erfrischung an heißen Tagen bietet eine Wassertretanlage. Pünderich verfügt auch über einen Campingplatz.

Zwischen Bernkastel-Kues und Cochem bestehen während der Saison immer wieder Möglichkeiten, kurze Schifftouren oder längere Dampferfahrten zu unternehmen. Zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach verkehren täglich gleich mehrere Ausflugsschiffe zu unterschiedlichen Abfahrtszeiten vom Vormittag bis zum späten Nachmittag. Von Traben-Tarbach aus hat man dann je nach Wochentag gegen 14.30 Uhr Anschluß mit einem Fahrgastschiff nach Cochem. Anschlußmöglichkeiten bestehen von Anfang Mai bis Ende Juni dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags, im Juli und August täglich außer montags und freitags. Von Pünderich startet ein Personenschiff gegen 12 Uhr in Richtung Traben-Trarbach und gegen 15.30 in Richtung Cochem (unverbindliche Angaben). Genaue Zeitangaben sind dem Fahrplan vor Ort zu entnehmen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Anlegestellen der Schifffahrt auf der Mosel bzw. Schleusen zwischen Bernkastel-Kues und Cochem: Bernkastel-Kues | Schleuse Zeltingen-Rachtig | Zeltingen-Rachtig | Ürzig | Kröv | Traben-Trarbach | Schleuse Enkirch | Enkirch | Reil | Pünderich | Briedel | Zell | Bullay | Alf | Schleuse St. Aldegund | Ediger-Eller | Senheim | Mesenich | Briedern | Beilstein | Schleuse Bruttig-Fankel | Bruttig-Fankel | Ernst | Cochem.

Gleich mehrere Weinfeste / Winzerfeste gehören zu den wichtigsten Veranstaltungen im Pündericher Jahreskalender, das Straßen-Weinfest am Wochenende nach Christi Himmelfahrt, die Weinkirmes Mitte August und das Herbst-Straßenweinfest am dritten Septemberwochenende. Damit laden drei Termine für eine Weintour nach Pünderich ein. Zum kulturellen Angebot gehören auch die Musikabende im September und Oktober.

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

Moseltouren Ein Internet-Reiseführer

 

 

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Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

2.01 Bernkastel-Kues
2.01a Burgruine Landshut
2.02 Graach
2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen
2.04 Zeltingen-Rachtig
2.05 Ürzig
2.06 Erden
2.07 Lösnich
2.08 Kinheim-Kindel
2.09 Kröv
2.10 Traben-Trarbach-Wolf
2.11 Traben-Trarbach
2.11a Festung Mont Royal
2.11b Grevenburg
2.11c Starkenburg
2.12 Enkirch
2.13 Burg
2.14 Reil
2.14a Kloster Springiersbach
2.15 Pünderich
2.16 Briedel
2.17 Zell
2.17a Kurfürstliches Schloß
2.18 Zell-Kaimt
2.18a Kloster Marienburg
2.19 Zell-Merl
2.20 Bullay
2.21 Alf
2.22 Burg Arras
2.23 Bad Bertrich
2.24 St. Aldegund
2.25 Neef
2.26 Bremm
2.26a Klosteruine Stuben
2.27 Ediger-Eller
2.28 Nehren
2.29 Senheim
2.30 Senheim-Senhals
2.31 Mesenich
2.32 Briedern
2.33 Ellenz-Poltersdorf
2.34 Beilstein
2.34a Burgruine Beilstein
2.35 Bruttig-Fankel
2.36 Ernst
2.37 Valwig
2.38 Cochem-Sehl
2.39 Cochem-Cond

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

 

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-15-puenderich/index.html