2.37 Valwig an der Mosel Orgel Kloster Apollofalter Kappengewölbe Eifel Himmerod Treis-Karden Testerhof Schmetterling Kastorstift Jahrhundert Zeltingen-Rachtig Landshut Vögte Schiffs Valwigerberg Chor Kerzenhalter Verwaltung Engelport Apolloweg Maria Laach Cochem Land Beilstein 

2.37 Valwig an der Mosel

Valwig ist ein moderner und zugleich romantischer Weinort und Ferienort. Die kleine Gemeinde mit rund 300 Einwohnern liegt rechts der Mosel auf einem schmalen Raum des Schwemmkegels einer Quellmulde. Der zugehörige Ortsteil Valwigerberg entwickelte sich auf einer fast flachen Haupterrasse der Mosel. Zu ihm führt von Valwig aus eine schmale, serpentinenreiche Straße hinauf.
Verwaltungsmäßig gehört Valwig zur Verbandsgemeinde Cochem-Land im Landkreis Cochem-Zell. Cochem liegt nur 4 km moselaufwärts von Valwig entfernt. Der Fahrtweg nach Bernkastel-Kues beträgt etwa 79 km. Die Mosel legt von Valwig bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 55 km zurück.

Die Weinberge mit den Valwiger Weinlagen "Valwiger Berg", "Palmberg", "Schwarzenberg" und "Herrenberg" erheben sich an einem steilen, felsigen Schieferhang. Sie gehören zur Großlage "Rosenhang", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Mesenich und Beilstein sowie teilweise von Senheim mit Senhals, Briedern, Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel, Cochem und Treis-Karden gehören. In den Valwiger Weinbergen hat der seltene Apollofalter, eigentlich ein alpiner Schmetterlng, sein größtes Verbreitungsgebiet an der Mosel.

Auf den Weinbau verweist auch das Ortswappen von Valwig. Auf silbernem Grund erkennt man zwei grüne Reben mit je drei grünen Weintrauben und drei grünen Blättern, die von einem roten Kreuz belegt sind.

Das Ortsbild von Valwig ist geprägt von engen Gassen und stillen Winkeln. Die Moselfront an der Uferstraße zieren herrliche, alte Bäume. Zu den sehenswerten Gebäuden geören neben der Pfarrkirche St. Martin das ehemalige Gemeindehaus und spätere Schulhaus und die Wallfahrtskirche St. Maria uns St. Maria Magdalena aus dem 13. Jahrhundert im Ortsteil Valwigerberg.

Zur Geschichte

In Valwig siedelten bereits Kelten und Römer. Auf dem östlich von Valwigerberg gelegenen Felssporn stand wahrscheinlich eine keltische Fliehburg. Im Ortsbereich von Valwig fand man Reste eines römischen Badebereichs und Wohnbereichs. Etwas oberhalb des Ortes, dem Hunsrück zu, wurden Grundmauern eines römischen Gutshofs freigelegt. Der Ortsname Valwig entstand aus der kelto-romanischen Bezeichnung "Balbiacum", was übersetzt "Siedlung des Balbius" heißt.

Die ersten urkundlichen Erwähnungen von Valwig stammen aus den Jahren 866 und 893. Im Jahre 1130 vermachte Ritter Johann von Ebernach und seine Gattin Mechthild ihre sämtlichen Güter in Valwig, darunter auch mehrere Weinberge, der schräg gegenüber, auf der anderen Moselseite bei Cochem-Sehl gegründeten Propstei Ebernach, die zum Benediktinerkloster Maria Laach in der Eifel gehörte. Es ist nicht genau bekannt, wann das pfalzgräfliche Valwig an das Erzstift Trier kam. Doch schon sehr früh wurde Trier als einziger Gerichtsherr genannt. Große Besitztümer hatte in Valwig auch das Stift Münstermaifeld in der Eifel, unweit der Moselorte Hatzenport und Löf. Zur Verwaltung der Münstermaifelder Güter, wurden im 13. Jahrhundert die Herren von Treis als Vögte eingesetzt. Weitere Grundbesitzer waren das Kloster Stuben gegenüber von Bremm, das Kloster Engelport, das Kastorstift Karden (Treis-Karden), die Domherren von Mainz mit dem Testerhof in Valwigerberg sowie die Abteien Himmerod, Kloster Springiersbach und Stablo-Malmedy im heutigen Belgien.

In der napoleonischen Zeit kam Valwig 1798 zur Bürgermeisterei im Kanton Zell. 1816 kam es unter preußischer Verwaltung zum Kreis Cochem. Seit 1969 gehört Valwig mit dem Ortsteil Valwigerberg sowie den Einzelhöfen Pfalzerhof und Josephshof zur Verbandsgemeinde Cochem.

Pfarrkirche St. Martin

Wohl schon zu merowingischer Zeit bestand in Valwig eine Kapelle. Darauf deutet das Patrozinium des hl. Martin hin. 1337 wurde die Martinskapelle von der Mutterkirche in Bruttig (Bruttig-Fankel) getrennt und zur Pfarrkirche erhoben. Diese war zu Beginn des 19. Jahrhunderts so baufällig geworden, daß ein Neubau notwendig wurde. Zunächst blieb der Chorturm aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Aber auch dieser mußte 1965 komplett abgerissen werden.

Die heutige katholische Pfarrkirche St. Martin wurde zwischen 1825 und 1827 an einer anderen Stelle im neoromanischen Stil erbaut. 1862 bekam sie eine Empore, auf die 1871 die Orgel gestellt wurde. Die Martinskirche ist eine dreischiffige Säulenhalle mit halbrundem Chor. Den Chor flankieren Nebenräume von halber Raumhöhe. Das halbrund gewalmte Satteldach wird von einem hohen Dachreiter überhöht. Das Innere der Kirche betritt man durch ein zweiflügelige Portal mit streng kassettierter Tür. Der Fußboden ist mit Mosaiksteinen belegt. Der Raum wird überspannt von einem Kappengewölbe, das auf Rundstützen und Pilastern ruht.

Die reiche Ausmalung stammt ebenso aus der Erbauungszeit wie ein großer Teil der Ausstattung. Die Wandbilder links zeigen die Überreichung des Rosenkranzes an den hl. Dominikus und die kniende Scholastika, das Wandbild rechts den Tod des hl. Josef. Die übrige Ausmalung ist dekorativ. Der Hochaltar ist ein Tabernakelaltar, der mit ornamental gestalteten Flügeln geschlossen werden kann. In den Bogennischen stehen die Figuren der Heiligen Martin und Nikolaus im Bischofsgewand. Unter den übrigen Ausstattungsstücken sind ein gotisierendes Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert am rechten Seitenaltar, ein Vesperbild aus dem 17. Jahrhundert, eine Muttergottes aus der Zeit um 1500 und eine Sebastiansfigur aus dem 15. Jahrhundert hervorzuheben.

Wallfahrtskirche St. Maria und Maria Magdalena (Valwigerberg)

Die katholische Wallfahrtskirche in Valwigerberg entstand im frühen 13. Jahrhundert als zum Testerhof gehörende Kapelle. Die Kirche ist im Kern noch romanisch, wurde aber Anfang des 16. Jahrhunderts zur dreischiffigen Stufenhalle umgestaltet. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts löste das "Gnadenbild von der wundertätigen Mutter vom Berge" eine Wallfahrtsbewegung aus. Zu dieser Zeit erfolgte auch der Neubau eines Chores im spätgotischen Stil. Er wurde 1445 geweiht. Nachdem im Laufe des 16. Jahrhunderts die Pilgerfahrten nachgelassen hatten, wurden sie 1662 dadurch wiederbelebt, daß Papst Alexander VII. den Ablaß erteilte, der 1677 und 1693 durch die Päpste Innozenz XI. und Innozenz XII. erneuert wurde. Auch heute finden noch Wallfahrten im kleineren Rahmen statt.

Beim Aufstieg von Valwig aus bietet die Kirche, die von einem steil ansteigenden Dach überragt und einem vierseitigen Dachreiter bekrönt wird, zusammen mit den wenigen Häusern ein eindrucksvolles Bild. Das Westportal präsentiert sich mit einer spätgotischen Rahmung. Die ursprüngliche Flachdecke des Langhauses wurde im 16. Jahrhundert durch ein Kreuzgewölbe ersetzt. Der Chor ist ebenfalls kreuzgewölbt. Über dem Triumphbogen ist in einem Gemälde der segnende Weltenherrscher zu erkennen. Die Deckengewölbe sind mit Rankenmalereien geschmückt.

Das alte Gnadenbild von 1400, eine Muttergottes mit Kind, befindet sich heute im Diözesanmuseum Trier. Im Chor ist eine Sakramentsnische aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu sehen. Die Reliefs zeigen die Verkündigung Mariens und den Schmerzensmann. Eine Wandnische des Schiffs enthält eine Steinmetzarbeit aus dem 16. Jahrhundert. Sie stellt Christus mit den schlafenden Jüngern am Ölberg und daran anschließend die Kreuztragung dar. Weitere sehenswerte Ausstattungsstücke sind ein Vesperbild aus Holz, eine Kreuzigungsgruppe aus Holz, eine Steinfigur des hl. Bartholomäus, ein schmiedeeiserner Kerzenhalter und in der Sakristei eine lebensgroße Figur des Christus im Grabe.

Tourismusangebote

In der näheren Umgebung von Valwig bestehen mehrere örtliche Wanderwege, die durch Weinberge, Wiesen und Wälder führen. Besonders reizvoll ist ein Spaziergang über den nach dem hier beheimateten Apollofalter benannten Apolloweg. Der Apollofalter ist ein herrlich aussehender Schmetterling mit gelbweiß gerundeten Flügeln, grauschwarzer Streifenzeichnung und roten, weißgekernten Augen auf den Hinterflügeln. Man sieht ihn von Ende Juni bis September in den warmen Weinbergen umherfliegen.

Von Valwig aus lassen sich auch schöne Ausflüge mit dem Fahrrad durch das romantische Moseltal unternehmen. Der Moselradweg führt flußaufwärts in Richtung Bruttig-Fankel, Beilstein und Briedern und flußabwärts in Richtung Cochem-Cond, von wo aus man über eine Brücke die Stadt Cochem und Klotten erreichen kann.

Campingfreunde finden in Valwig einen schön am Moselufer gelegenen Platz vor.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Zu den jährlichen Festveranstaltungen des Ortes gehören zwei Weinfeste, das Winzerfest am dritten Juliwochenende und das Straßenweinfest am letzten Wochenende im September.

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
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2.02 Graach
2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen
2.04 Zeltingen-Rachtig
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2.06 Erden
2.07 Lösnich
2.08 Kinheim-Kindel
2.09 Kröv
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2.11 Traben-Trarbach
2.11a Festung Mont Royal
2.11b Grevenburg
2.11c Starkenburg
2.12 Enkirch
2.13 Burg
2.14 Reil
2.14a Kloster Springiersbach
2.15 Pünderich
2.16 Briedel
2.17 Zell
2.17a Kurfürstliches Schloß
2.18 Zell-Kaimt
2.18a Kloster Marienburg
2.19 Zell-Merl
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2.21 Alf
2.22 Burg Arras
2.23 Bad Bertrich
2.24 St. Aldegund
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2.26 Bremm
2.26a Klosteruine Stuben
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2.29 Senheim
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2.31 Mesenich
2.32 Briedern
2.33 Ellenz-Poltersdorf
2.34 Beilstein
2.34a Burgruine Beilstein
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3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-37-valwig/index.html