2.39 Cochem-Cond an der Mosel Cochemer Goldbäumchen Saunalandschaft Gewichtsstein Nikolausberg Moselbad Conder Eifel Rosenhang Möbel Brüstungsfelder Schiffahrt Erlebnisbad Kinderland Bikinibar Flurkreuze Berg früher Bertrich Schloß Bischofsstuhl Beilstein

2.39 Cochem-Cond an der Mosel

Der Stadtteil Cochem-Cond liegt am rechten Moselufer. Mit der Stadt Cochem ist er durch zwei Moselbrücken verbunden. Die Innenstadt ist auf dem Fußweg in 10 bis 15 Minuten zu erreichen. Die Entfernung nach Bernkastel-Kues beträgt etwa 82 km. Die Mosel legt von Cochem-Cond bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 51 km zurück. Neben einigen Massivbauten des 18. und 19. Jahrhunderts besitzt Cochem-Cond zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter auch das Zehnthaus des Klosters Stablo-Malmedy in der Nähe des Turms der ehemaligen Pfarrkirche St. Remaclus, die Eigentum desselben Klosters war.

Die zahlreichen Cochemer Weinlagen, mit Namen "Herrenberg", "Pinnerkreuzberg", "Schloßberg", "Hochlay", "Klostergarten", "Sonnenberg", "Bischofsstuhl", "Arzlay", "Rosenberg" und "Nikolausberg" verteilen sich auf eine Anbaufläche von 64 Hektar. Sie ghören zu den beidn Großlagen "Rosenhang" und "Goldbäumchen". Der Großlage "Rosenhang" sind auch die Weinlagen der Moselorte Mesenich, Beilstein und Valwig sowie teilweise von Senheim mit Senhals, Briedern, Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel und Treis-Karden zugehörig. Der Großlage "Goldbäumchen" gehören die Weinlagen der Weinorte Ernst, Klotten, Pommern, Müden und Moselkern sowie teilweise von Senheim mit Senhals, Briedern, Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel und Treis-Karden an. Repräsentiert wird der heimische Moselwein durch die Cochemer Weinkönigin. Neben Weißwein wird in Cochem auch – für die Moselregion selten – Rotwein angebaut. Die vorwiegende Rotweinsorte ist der Spätburgunder.

Zur Geschichte

Schon die Römer siedelten auf dem Gebiet von Cochem-Cond. Zeugnisse dieser Zeit sind die hinter dem Ort an der Valwiger Straße gefundenen Sarkophage und eine noch nicht ausgegrabene "villa rustica". Erstmals urkundlich erwähnt wurde Cond im Jahre 857. Damals schenkten zwei verwandte Adlige dem Kloster Stablo im heutigen Belgien eine von den Vorfahren ererbte Basilika. Mit der Schenkung verbunden war die Auflage, einen Priester zu stellen. Cond war damit schon seit dem 9. Jahrhundert eine selbständige Pfarrei.

912 erhielt ein gewissser Fulrad einen Herrenhof, der an der Stelle des heutigen Zehnthauses stand. Nach dem Tode Fulrads fiel der Hof, der 1269 als Remaclushof bezeichnet wurde, ebenfalls an das Kloster Stablo. Hof und Kirche bildeten die Keimzelle des Ortes. Über Jahrhunderte waren Weinbau und Ackerbau die wichtigsten Erwerbszweige der Conder. 1932 wurde der Ort nach dem Bau der ersten Moselbrücke zu Cochem eingemeindet.

Turm der ehemaligen Pfarrkirche

Von der ehemaligen katholischen Pfarrkirche St. Remaclus ist nur noch der romanische Westturm aus dem 12. Jahrhundert erhalten. Das barocke Langhaus mit dreiseitig geschlossenem Chor, das seit dem 18. Jahrhundert die mittelalterliche Kirche ersetzte, wurde 1974 nach dem Bau einer neuen Pfarrkirche an anderer Stelle bis auf Brüstungshöhe abgebrochen. Die spätbarocke und neugotische Ausstattung wurde nur teilweise in das neue Gotteshaus übertragen.

Der Kirchturm war früher nur vom Kirchenschiff aus zugänglich. 1701 wurden die heute wieder vermauerten Portale an der Süd- und Nordseite angelegt. Das dritte Geschoß ist nach drei Seiten mit rundbogigen Schallöffnungen versehen. Die Mauer des vierten Geschosses wird nach allen Seiten hin von Klangarkadenpaaren durchbrochen. Darüber erhebt sich ein vierseitiger Schieferhelm.

Ehemaliges Zehnthaus

Von der bei der alten Kirche gelegenen Hofanlage des Klosters Stablo ist nur noch das Zehnthaus von 1615 erhalten. Über einem massivem Kellergeschoß erhebt sich ein zweigeschossiger Prunkbau in Fachwerk. An seiner Südseite befanden sich ursprünglich Wirtschaftsgebäude. Diese wurden 1913 nach einem Brand abgerissen. Gleichzeitig wurde das Zehnthaus von Grund auf renoviert und erhielt an der frei gewordenen Hofseite eine Fachwerkfassade mit vorgelagertem Treppenturm, der von einer welschen Haube bekrönt wird. Heute ist diese Seite jedoch leider durch einen Anbau verdeckt. Der Eingang zum Zehnthaus befindet sich am Ostgiebel, der in schmucklosem Mauerwerk gehalten ist. Das Rechteckportal aus dem 18. Jahrhundert wurde aus Ulmen in der Eifel hierher versetzt. Den Westgiebel ziert über dem Kellergeschoß mit rundbogigem Eingang im ersten Geschoß ein dreiteiliges Prunkfenster und im zweiten Geschoß ein einfaches dreiteiliges Fenster. Die Brüstungsfelder zeigen gekreuzte Hölzer, deren Schnittpunkte mit dicken gedrechselten Holzknöpfen besetzt sind.

Heute ist im ehemaligen Zehnthaus eine Privatsammlung untergebracht. Sie besteht hauptsächlich aus Gegenständen heimatkundlicher Art wie Möbel und Hausgeräte, Ofen-, Kamin- und Takenplatten, Handwerksgerät, alte Waffen, Trachten, Porzellane und Steingut. Besonders hervorzuheben sind ein Gewichtsstein aus dem Jahre 1516 und zwei Faßböden von 1763 und 1805.

Flurkreuze

Etwa 1 km moselaufwärts von Cochem-Cond steht ein Gedenkkreuz, das an den 1630 hier ertrunkenen Peter Selcus erinnert. Darüber befindet sich auf einem früher für die Schiffahrt gefährlichen Felsvorsprung das sogenannte "Nikolaeschen", ein Gewölbeschlußstein mit einem Relief des Schifferpatrons St. Nikolaus. Der Schlußstein stammt vermutlich aus der ehemaligen Pfarrkirche. Darüber hinaus zieren gleich 19 Basaltkreuze aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie ein Kruzifix von 1808 die Flur von Cochem-Cond.

Tourismusangebote

In Cochem-Cond befindet sich das Cochemer Freizeitzentrum. Dazu gehört das Moselbad mit einem Hallen- und einem Freibadbereich, das ungetrübten Badespaß für Jung und Alt verspricht. Zum landschaftlich schön zwischen Weinbergen und Wiesen gelegenen Freibad gehören ein 50-Meter-Becken, ein Sprungturm und eine 55 m lange Riesenrutsche. Ebenfalls 55 m lang ist die Geschwindigkeitsröhre im Hallen- und Erlebnisbad. Neben dem Schwimmerbecken mit zeitweiligem Wellengang sorgen ein Whirl-Pool und ein Wasserfall für viel Aktion. Zu den weiteren Einrichtungen im Moselbad gehören ein Fitnessraum, eine Saunalandschaft mit Trockensaunen und Dampfsauna sowie das Kinderland. Letzteres bietet großzügige Beckenlandschaften und Ruhezonen. Hier können Kinder nach Herzenslust spielen und toben. Während des Badeaufenthalts laden die Bikinibar und die Theke im Kinderland zum Imbiß ein. Nach dem Badevergnügen kann man im Restaurant Köstlichkeiten von der Mosel genießen.

Angebote zur sportlichen Betätigung im Freizeitzentrum Cochem-Cond bieten auch die Minigolfanlage und die Tennisanlage. Campinggäste können sich hier ebenfalls zu Hause fühlen. Sie erhalten auf alle Einrichtungen des Freizeitzentrums eine Preisermäßigung von 20%.

Von Cochem-Cond führen mehrere Wanderwege hinauf zu den Moselhöhen. Reizvoll sind auch Ausflüge mit dem Fahrrad durch das romantische Moseltal. Über den Moselradweg gelangt man flußaufwärts nach Valwig, Bruttig-Fankel, Beilstein und darüber hinaus. Flußabwärts endet der rechtsseitige Radweg etwa nach 1,5 km. Dort besteht jedoch die Möglichkeit, mit der Fähre nach Klotten überzusetzen und den Weg in Richtung Pommern und Treis-Karden fortzusetzen.

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/2-bernkastel-kues-cochem/2-39-cochem-cond/index.html