3.07 Müden an der Mosel Mosel-Radweg Muden Weindörfer Moselwein Castor Kirche Moselkern Treis-Karden Weinfeste Cochem Ort Koblenz Steinigung Miseräbelchen Goldbäumchen Relief Stift hl. Petrus Antonius Wein Wanderwegen |
| 3.07 Müden an der Mosel
Der Ort Müden, ca.19 Kilometer nordöstlich von Cochem und etwa 37 km südwestlich von Koblenz
gelegen, enstand aus einer der ältesten Siedlungen keltisch-römischen Ursprungs am
linken Moselufer und ist heute einer der vielen Weindörfer und Erholungsorte an der
Mosel. Verwaltungsmäßig gehört Müden zur Verbandsgemeinde Treis-Karden und zum Kreis Cochem-Zell. Die
Mosel legt von Müden bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz
eine Strecke von 37 km zurück.
Die kleinen Schoppen werden an der Mosel auch Miseräbelchen genannt. Die Entstehung des Namens soll auf einem Ereignis beruhen, daß sich in Müden zugetragen hat. Als der Herr mit seinen Jüngern noch auf der Erde weilte, kam er auch an die Mosel. Erschöpft und durstig von der langen Wanderung ließ sich die Schar bei Müden nieder. Petrus sollte in den Ort gehen und einen köstlichen Moselwein für alle besorgen. Mit einem großen, randvoll gefüllten Holzbecher kehrte er zurück. Der Weg war jedoch so holprig, daß der Wein immer wieder überschwappte. Petrus trank einen Schluck ab, der aber etwas zu groß geriet. Damit dies nicht auffallen sollte, schnitt er mit seinem Messer ein Stück vom Becherrand ab, so daß der Wein wieder bis zum Rand reichte. So sehr Petrus aber auch achtgab, der Wein schwappte wieder über. Durch einen zweiten Schluck sollte dem Übel abgeholfen werden. Wie der erste geriet aber auch dieser zu groß. Erneut schnitt Petrus ein Stück vom Humpenrand ab. Als er schließlich bei seinen Freunden angelangt war, meinte er bedauernd, daß die Weinhumpen an der Mosel miserabel klein seien. Der Herr entgegnete ihm, er solle sein Miseräbelchen behalten. Als Strafe mußte Petrus später zuschauen, als die anderen einen vollen Humpen Moselwein tranken. Zur Geschichte Der Ortsname Müden dürfte keltischen Ursprungs sein. Römische und fränkische Grabungsfunde belegen ebenfalls eine frühe Besiedlung des Ortes. Urkundlich erwähnt wurde er das erste Mal, damals noch "Modinum" genannt, in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einer Schenkung an die Kirche von Verdun. Eine weitere Erwähnung findet sich um 1100 im Güterverzeichnis des Stiftes Karden, als eine Filialkirche von St. Castor (Treis-Karden) in "Modena" aufgeführt wurde. Besitztümer in dem Ort hatten im Mittelalter neben dem Stift Karden unter anderem die Abtei Maria Laach und das Kloster Himmerod in der Eifel. 1274 wurde Müden Pfarrvikarie. 1575 erhielt die Kirche das Taufrecht. Pfarrkirche St. Stephanus Die katholische Pfarrkirche St. Stephanus wurde ursprünglich als einschiffiges Gotteshaus im romanischen Stil erbaut und um 1200 zu einer dreischiffigen Basilika erweitert. 1923 erhielt das Gotteshaus unter Querdurchbruch ein neues Schiff mit neuem Chor. 1925 wurde die neue Pfarrkirche eingeweiht. Der Kirchturm steht scheinbar unabhängig von der eigentlichen Kirche.
Man vermutet, daß er schon als römischer Wachturm diente. Den ursprünglich vier
Geschossen wurde nachträglich ein fünftes aufgesetzt. Seit 1923 führt eine von der
Turmhalle ausgehende Treppe in das Obergeschoß. Bekrönt wird der Turm von einem
Rhombendach. Im Südfenster des alten Chores ist eine Glasmalerei aus der ersten
Hälfte des 13. Jahrhunderts mit der Darstellung des hl. Nikolaus zu sehen. Tourismusangebote Die nähere Umgebung von Müden kann man auf verschiedenen Wanderwegen erkunden. Von Müden aus führt auch ein Fuß- und Fahrweg von ca. 5 km hinauf zur Burg Eltz. Die Burg Eltz ist auch von Moselkern und Treis-Karden an der Mosel zu erreichen. Wer sich gerne mit dem Fahrrad auf Erkundungsreise begibt, findet beste Voraussetzungen im Mosel-Radweg, der von Müden aus flußaufwärts in Richtung Treis-Karden, Pommern und Klotten, flußabwärts in Richtung Moselkern und Hatzenport verläuft. Infos zur Moselschiffahrt: www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz Im Müden findet jährlich am 1. Mai ein Maifest, am ersten Wochenende im August die Kirmes und am letzten Augustwochenende eines der zahlreichen Weinfeste an der Mosel statt.
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