3.24 Dieblich an der Mosel Hexenverbrennungen Moseltal Brücke Mittelalter Winningen Obstanbau Koblenz Weinfest Namen Dieblicher Berg Jahrhundert Zandt Burg Eltz Heesenburg Metternich Johannes Ursprungs Kobern-Gondorf Hasenburg Hase Familien Hasen Trier Treis Gemeindeverwaltung Wandern Heilgraben Oberburg Fahrrad Burgen Lisenen Lay Cochem Fachwerkhäuser keltischen Zanderburg spitzer Pfarrkirche Rhein Familie Geschichte Ausflüge Mayen-Koblenz Moselbrücke Angeln Herrn von Arken Burghaus Marmortaufstein Fachwerkgiebel |
| 3.24 Dieblich
Der Weinort und Obstanbauort Dieblich liegt ca. 16 km südwestlich von Koblenz am rechten Moselufer. Bis Cochem beträgt der Fahrtweg etwa 40 km.
Verwaltungsmäßig gehört Dieblich zur Verbandsgemeinde Untermosel mit Sitz in Kobern-Gondorf und zum Landkreis
Mayen-Koblenz. Zum Ort zählen auch die Siedlung Dieblich-Berg auf der Höhe und einige
Gehöfte zum Wald zu. Dank der angrenzenden fruchtbaren Ländereien und der ausgedehnten Hänge war Dieblich von jeher ein Ort mit ertragreicher Landwirtschaft. Während der Weinanbau im Laufe der Jahre etwas nachgelassen hat, hat sich der Obstanbau stark entwickelt. Dieblich ist für seine Kirschbäume und zur Zeit der Blüte für seine wunderschönen Obstwiesenhänge in voller Blütenpracht bekannt. Die Dieblicher Weinlage heißt "Heilgraben". Sie gehört zur Großlage "Weinhex", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Burgen, Hatzenport, Brodenbach, Löf, Alken, Kattenes, Oberfell, Lehmen, Niederfell, Kobern-Gondorf, Winningen, Koblenz-Lay und Koblenz-Güls gehören. Nur wenige Kilometer moselaufwärts, von Dieblich aus gut zu sehen, führt eine Autobahnbrücke (A 61) wie mit einem Lineal gezogen in einer Höhe von 136 Metern über das Moseltal. Ihre Länge beträgt 935 Meter und die Spannweite im Flußbereich 218 Meter. Wer heute mit seinem Pkw über sie vom Hunsrück in die Eifel oder umgekehrt fährt, denkt wohl kaum daran, welche Mühe es in früheren Jahrhunderten den Menschen bereitet hat, das Moseltal mit seinen steilen Hängen zu durchqueren. Zur Geschichte Schon in keltischer Zeit war der Ort besiedelt (3. bis 1. Jahrhundert vor Christus). Dies geht auch aus dem Namen keltischen Ursprungs hervor. Wahrscheinlich gab es hier auch eine römische Kolonie. Erwähnt wurde der Moselort erstmals im Jahre 922 als
"Duvericha". Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Dieblich kurtrierisch. In der Franzosenzeit wurde Dieblich dem Arrondissement Koblenz
eingefügt und gleichzeitig der Bürgermeisterei Niederfell
zugeordnet. 1816 kam der Ort unter preußischer Herrschaft zur Bürgermeisterei Winningen und damit zum Kreis Koblenz-Land. Pfarrkirche St. Johannes 1317 wurde im Zusammenhang mit der Erteilung eines Ablasse eine Kapelle in Dieblich erwähnt. Sie gehörte als Filiale zu Kobern. 1347 erhielt sie einen Taufstein, wobei die Mutterrechte weiter bei der Pfarrei Kobern blieben. Die heutige katholische Pfarrkirche St. Johannes wurde in den Jahren
1844 bis 1848 von dem Baumeister Ferdinand Nebel aus Koblenz erbaut. Das Gotteshaus ist
eine dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus, Chorjoch und Apsis. Hoch ragt der schlanke,
zweigeschossige Kirchturm in den Himmel. Vom Chorgewölbe schaut der himmlische Christus hernieder. Um das
Gemälde herum ist der Psalm 18,1 zu lesen: "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit
Gottes, das Firmament verkündet die Werke seiner Hände." Heesenburg An der Nordseite des Marktplatzes befindet sich die sogenannte Heesenburg, ein ehemaliger Adelssitz aus dem Spätmittelalter. Sie trägt den Namen der Familie von der Hees, die das Burghaus 1762 von der ursprünglichen Besitzerfamilie von der Arken aus Koblenz erbte. Die Heesenburg ist ein zweigeschossiger Putzbau mit hohem Walmdach und zwei Reihen von Dachgauben. Die Fenster sind unregelmäßig verteilt. An der Ostseite it ein eingeschossiger Fachwerkbau mit Zwerchgiebelabschluß angebaut. Der Giebel des Haupthauses ist ebenfalls aus Fachwerk. Sehenswert im Innern sind Gobelins aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie zeigen eine Dschungellandschaft mit vielen exotischen Vögeln. Zanderburg/ehemaliges Pfarrhaus Zu den führenden Adelsgeschlechtern in Dieblich gehörten die Hasen von Dieblich. Sie starben 1479 mit dem Tod des letzten Vertreters Eberhard Hase aus. Ihr Besitz, darunter auch das Burghaus, gelangte auf Umwegen in den Besitz der Zandt von Merl, die dem Adelssitz auch den Namen Zanderburg gaben. Von ihnen erbten später die Freiherren von Hohenfeldt das Haus. Danach diente es für längere Zeit als Pfarrhaus. Die sogenannte Zanderburg ist im Kern ein spätmittelalterliches, durch späteren Anbau aber stark verändertes zweigeschossiges Bruchsteingebäude mit steilem Giebel. Zur Straßenseite kragt ein Viereckerker vor, der von Streben getragen wird. Bis 1756 befand sich in dem Haus noch ein Grabstein des 1679 verstorbenen I. H. Zandt von Merl. Tourismusangebote Zu den Freizeitangeboten in Dieblich gehören Wandern, Radwandern, Wassersport, Angeln, Schiffsausflüge und natürlich Weinproben, verbunden mit Kellerbesichtigungen. Infos zur Moselschiffahrt: www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz Bei einem Besuch von Dieblich kann man auch gut die Oberburg und Niederburg bei Kobern-Gondorf auf der anderen Moselseite erreichen. Wenige Kilometer flußabwärts von Dieblich führt bei Niederfell eine Brücke über die Mosel. Etwas weitere Ausflüge sind natürlich auch zu den bekannten Burgen Thurandt, Eltz und Stolzenfels möglich. Das Moseltal bietet sich hervorragend für Ausflüge mit dem Fahrrad an. Wer nach Koblenz möchte, benutzt zunächst die Bundesstraße 49 über oblenz-Lay bis Koblenz-Moselweiß. Dort trifft man auf den Moselradweg, dessen letztes Teilstück am Deutschen Ek in Koblenz endet. Der Moselfahrradweg auf der gegenüberliegenden Seite ist über die Brücke von Niederfell nach Kobern-Gondorf oder über die Fähre bei Kobenz-Lay erreichbar. Er führt unter anderem durch die Orte Koblenz-Güls und Winningen. In Dieblich findet jährlich am zweiten Augustwochenende ein Weinfest und Heimatfest statt, bei dem reichlich Moselwein fließt. Hauptperson des Festes ist die Dieblicher Weinkönigin. Am ersten Sonntag im Mai ist Kirmes und Patronatsfest.
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