3.22 Niederfell an der Mosel Radtour Kloster Klotten Trier Heiligenlegenden Mariaroth Oberfell Kobern Gondorf Burg Burgruine Dieblich Koblenz Ort Fellerhof Geschichte Schwalberhof gerettet Mayen Fest Wanderungen Kuehr Moselbrücke Juli |
| 3.22 Niederfell Das beschauliche Weindorf Niederfell rechts der Mosel liegt ungefähr 35 km nordwestlich von Cochem und ca. 21 km südwestlich von Koblenz. Zusammen mit dem Ortsteil Kühr zählt Niederfell etwas über 1000 Einwohner. Unterhalb von Niederfell mündet der Aspelbach in die Mosel. Die Mosel legt von Niederfell bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 19 km zurück. Die Niederfeller Weinberge befinden sich jenseits des Aspelbaches am Dieblicher Berg und moselaufwärts außerhalb des Ortsteils Kühr. Die Reben der Niederfeller Moselweine reifen in den Weinlagen "Fächern", "Kahllay" und "Goldlay". Sie gehören zur Großlage "Weinhex", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Burgen, Hatzenport, Brodenbach, Löf, Alken, Kattenes, Oberfell, Lehmen, Kobern-Gondorf, Dieblich, Winningen, Koblenz-Lay und Koblenz-Güls gehören. Von Niederfell aus führt auch eine Moselbrücke, die sogenannte Moselgoldbücke, zum linken Ufer und verbindet den Ort mit Kobern-Gondorf. Das Ortsbild von Niederfell wird vor allem in der Moseluferstraße durch
schöne Fachwerkbauten geprägt. Das prächtigste darunter ist wohl das Haus mit der
Nummer 15. Auch der Fachwerkbau des Alten Klösterchens in der Engelstraße 3 ist
sehenswert. Zur Geschichte Die Fundstätte eines fränkischen Friedhofs auf der Gemarkung Niederfell ist Beleg für eine frühe Besiedlung des Gemeindegebietes. Die älteste Quelle, aus der man etwas über Niederfell erfährt, ist eine Urkunde, die die Schenkung des zu Niederfell gehörenden Hofes Kühr durch den Erzbischof von Trier, Poppo (Erzbischof 1. Januar 1016, 16. Juni 1047) an das Trierer Domkapitel zum Inhalt hat. Bis 1789 war Niederfell kurtrierisch. Unter der Herrschaft der Franzosen
gehörte der Ort ab 1798 für zwei Jahre zum Kanton Boppard, bevor 1800 die
Bürgermeisterei Niederfell gegründet wurde, zu der auch die Orte Oberfell, Alken
und Nörtershausen gehörten. Mit der Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Koblenz unter
preußischer Regierung wurde Niederfell dem Landkreis St. Goar zugewiesen. Gleichzeitig
wurde es von 1816 an von der neu geschaffenen Bürgermeisterei Brodenbach aus verwaltet. Nachdem das frühere Erzbistum Trier seinen Rang als Erzbistum verloren hatte und das Gebiet nach dem Wiener Kongress größtenteils dem Königeich Preußen zugefallen war, wurde das neue Bistum Trier in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts in Dekanate aufgeteilt. Die Pfarrei Niederfell kam 1827 zum Dekanat St. Goar. Mit den Pfarreien Alken, Beulich, Burgen, Dommershausen, Herrschwiesen, Oberfell und Obergondershausen gehörte Niederfell der zweiten Gruppe dieses Dekanats an. Pfarrkirche St. Lambertus Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus, ein Saalbau mit kleinem Dachreiter, wurde im Jahre 1792 erbaut. 80 Jahre später wurde sie nach Osten erweitert. Der Kirchturm wurde erst 1955 angebaut. Im Innern des Gotteshauses sind drei Altaraufsätze (ein Hochaltar und zwei Seitenaltäre) aus den Jahren 1768 und 1774 zu sehen. Sie stammen aus der Prämonstratenserabtei Mariaroth. Von Niederfeller Bürgern wurden sie vor der Zerstörung des Klosters durch die Franzosen im Jahre 1795 gerettet und mit Ochsenfuhrwerken nach Niederfell gebracht. Im Mittelpunkt des Hauptaltars steht eine Figur der Immaculata. Im Zentrum des linken Seitenaltrs steht eine Josefsfigur und im Zentrum des rechten Seitenaltars eine Figur des Kirchenpatrons St. Lambertus. Beachtung verdienen auch zwei gute Bildwerke aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zwei Darstellungen der Heiligen Augustinus und Norbert. In den Glasfenstern der Kirche sind Heiligenlegenden dargestellt. Der Taufstein hat das gleiche Alter wie die Kirche selbst. Er befindet sich hinter einem schmiedeeisernen Gitter, das durch aneinandergereihte Kreise verziert ist. Bei der Pfarrkirche St. Lambertus verschönert ein Weinbrunnen das Ortsbild. Weitere Sehenswürdigkeiten Außer der Lambertuskirche gibt es noch zwei weitere Gotteshäuser, die
zu Niederfell gehören: eine Kapelle im Aspelbachtal und eine auf der Niederfeller Höhe. Zu Niederfell gehört auch das ehemalige Kloster Kühr. In der Nachkriegszeit wurde das Gebäude vollständig erneuert. Heute dient es der Pflege und Ausbildung lernbehinderter und geistigbehinderter Mädchen. Tourismusangebote Erholungsuchende kommen im Aspelbachtal voll auf ihre Kosten. Es führt weit in den Hunsrück hinein in ein Gebiet, das vielversprechend "Niederfeller Schweiz" genannt wird, ein ideales Revier für Wanderungen. Reizvoll sind auch Ausflüge mit dem Fahrrad durch das romantische Moseltal. Wer sich von Niederfell in Rihtung Oberfell und Alken bzw. in Richtung Dieblich und Koblenz-Lay auf den Weg macht, muß die vielbefahrene Bundesstraße 49 benutzen. Empfehlenswerter ist eine Radtour auf dem Moselradweg auf der gegenüberliegenden Seite, der über die Moselgold-Brücke von Niederfell nach Kobern-Gondorf zu erreichen ist. Von dort geht es moselaufwärts in Richtung Lehmen, Kattenes und Löf, moselabwärts über Winningen, Koblenz-Güls, über die Brücke nach Koblenz-Moselweiß und weiter bis zum Deutschen Eck in Koblenz. Selbstverständlich drehen sich einige touristische Angebote in dem Weindorf Niederfell auch um den Wein. Ein Weingut bietet Weinbergsführungen an. Am Ende eines ereignisreichen Tages könnte eine Weinprobe stehen. Infos zur Moselschiffahrt: www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz Das größte Fest im Niederfeller Jahreskalender ist das Winzerfest und Heimatfest am dritten Wochenende im Juli, bei dem reichlich Moselwein fließt. Ausgerichtet wird es von der Mönchsberger Weinbruderschaft.
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