1.32 Veldenz an der Mosel Burgruine Veldenz Burg Nahegaugrafen Ehering HolzgiebelTrier evangelische Kirche Bernkastel Reiseführer Verdun Turmuhr Geschichte

1.32 Veldenz

Der Weinort Veldenz mit etwa 1000 Einwohnern liegt in einem weiten Seitental der Mosel, ungefähr 2 km von Mülheim (Mosel) entfernt. Nach Bernkastel-Kues beträgt die Fahrtstrecke etwa 8 km, nach Trier ca. 55 km. Verwaltungsmäßig gehört der Moselort zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Durch Veldenz fließt der Veldenzer Bach, der im Hunsrück entspringt und etwa 2 km unterhalb des Ortes bei Mülheim (Mosel) in die Mosel mündet. Die Reben der Veldenzer Moselweine reifen in den Weinlagen "Elisenberg", "Kirchberg", "Mühlberg", "Grafschafter", "Sonnenberg" und "Carlsberg". Sie gehören zur Großlage "Kurfürstlay", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Wintrich, Kesten, Brauneberg mit Filzen, Mülheim und Maring-Noviand sowie teilweise von Bernkastel-Kues gehören. 

Veldenz wurde 1993 für seinen Einsatz beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" belohnt und mit der Silbermedaille der Bundesrepublik ausgezeichnet. Im Ortsbild erhalten sind noch schöne Gebäude aus der Zeit, als Veldenz eine Grafschaft war, darunter die gräfliche Münze.  Über dem Ort thront die Burg Veldenz, die die Geschichte des Ortes wesentlich bestimmt hat. Der Weg zur Burg führt über den in ein Tal eingezwängten Ortsteil Thalveldenz. 

Von Veldenz erzählt man auch eine Sage. Vor langer Zeit mußte ein junger Ritter, der auf Burg Veldenz lebte, in den Krieg ziehen. Zum Abschied steckte er seiner Braut aus Brauneberg einen Ring an den Finger, der sie zur Treue mahnen sollte. Als nun eine lange Zeit vergangen und der junge Mann immer noch nicht zurückgekehrt war, vergoß das Mädchen viele Tränen um ihn. Ihre Mutter redete ihr jedoch zu, ihren Bräutigam zu vergessen und den Ring wegzuwerfen. Aber was das Mädchen auch tat, ob sie den Ring in den Brunnen warf oder im Boden vergrub, er tauchte immer wieder auf. Das Mädchen sah dies als ein Zeichen des Himmels. Die Mutter vermutete hingegen, daß eine böse Macht in dem Ring stecke. Als sie gerade ihrer Tochter den Ring entreißen und dem Feuer übergeben wollte, erschien der Totgeglaubte plötzlich in der Tür. Die Wiedersehensfreude war riesengroß und bald schon wurde Hochzeit gefeiert. Seitdem glänzte der Treuring als Ehering am Finger der Burgfrau von Veldenz.

Zur Geschichte

Zwei Steinwälle auf dem Höhenrücken östlich der Burgruine Veldenz gehörten wahrscheinlich zu einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage. Daß auch die Römer schon in Veldenz siedelten, beweist die Existenz einer römischen Badeanstalt aus dem 2. Jahrhundert, die am Haus des Gastes zu sehen ist. 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Veldenz im Jahre 588 im Zusammenhang mit einer Schenkung des Ortes und des Veldenzer Gebiets seitens des Merowingerkönigs Childebert II. an seinen Patenonkel, Bischof Agericus von Verdun. Das Hochstift Verdun ließ seine Besitztümer, zu denen auch die Moselorte Mülheim (Mosel) und Brauneberg gehörten, durch einheimische Vögte verwalten, die später in den Adelsstand erhoben wurden. Als ein Zweig der Nahegaugrafen benannten sie sich seit 1115 nach der Burg Veldenz. 1444 wurden die Veldenzer von Pfalz-Zweibrücken beerbt.

Eine bereits 1086 genannte Kirche in Veldenz, die der Gottesmutter geweiht war, wurde im 14. Jahrhundert als Halbmutterkirche geführt. Mit der Einführung der Reformation im Jahre 1523 wurde auch das Gotteshaus evangelisch. Nachdem sie während des Dreißigjährigen Krieges für etwa zwei Jahrzehnte wieder katholisch gewesen war, wurde sie 1649 erneut lutherisch. Ab 1683 bestand ein Simultanverhältnis. Katholische wie evangelische Christen durften also hier ihre Gottesdienste feiern. 1879 wurde das Simultanverhältnis wieder aufgehoben und in den Folgejahren eine neue evangelische Kirche erbaut.

Evangelische Pfarrkirche

Die heutige evangelische Pfarrkirche wurde 1884 im neugotischen Stil errichtet. Das Langhaus wird von einem kurzen Chor abgeschlossen. In den Neubau integriert ist der Turm der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert, der einen Umfang von 3,20 m mal 3,50 m aufweist. Er wird von einem achtseitigen Schieferhelm bekrönt. Das Obergeschoß wird an drei Seiten von je zwei rundbogigen  Schallöffnungen durchbrochen. Der Holzgiebel, an dem das Ziffernblatt der Turmuhr angebracht ist, stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 
Im Innenraum der Kirche befindet sich eine dreiseitige Empore. Von der ursprünglich neugotischen Ausstattung ist nur noch wenig erhalten. 

Katholische Pfarrkirche

Die katholische Gemeinde von Veldenz war bis zum Bau der katholischen Pfarrkirche Hl. Name Marias in den Jahren 1884 und 1885 eine Filiale der Pfarrei Brauneberg (früher Dusemond). Das Gotteshaus ist ein neugotischer Saalbau mit leicht eingezogenem Chor und quadratischem Westturm. Die Ausstattung stammt überwiegend aus der Erbauungszeit. 

Tourismusangebote

Bei Veldenz bestehen örtliche Wanderwege, die durch Weinberge und den Mülheimer Wald führen. Fahrradfreunde können den Moselradweg benutzen, der unterhalb von Veldenz von Mülheim (Mosel) moselaufwärts in Richtung Brauneberg, Filzen und Wintrich, moselabwärts in Richtung Andel und Bernkastel-Kues führt. 

Infos zur Moselschiffahrt: www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Zu den wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen in Veldenz gehören das Rathausfest im Juni und das Heimatfest und Weinfest am letzten Wochenende im Juli. An beiden Veranstaltungen fließt der Moselwein reichlich.

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1.23 Piesport-Niederemmel
1.24 Piesport
1.24a Wallfahrtskirche
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1.25 Minheim
1.26 Wintrich
1.27 Kesten
1.28 Brauneberg-Filzen
1.29 Neu Filzen
1.30 Brauneberg
1.31 Mülheim (Mosel)
1.32 Veldenz
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Stand: Tuesday, 26. April 2016 URL dieser Seite: http://moseltouren.de/1-trier-bernkastel-kues/1-32-veldenz/index.html