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2.07 Lösnich an der Mosel

Der romantische Weinort Lösnich mit rund 400 Einwohnern liegt auf der rechten Moselseite, im sogenannten Zeigefinger des Moselhandschuhs. Die Entfernung nach Bernkastel-Kues beträgt etwa 13 km, nach Cochem ca. 70 km. Verwaltungsmäßig gehört Lösnich zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Die Mosel legt von Lösnich bis zu ihrer Mündung in den Rhein am Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 117 km zurück.

Lösnich lebt hauptsächlich vom Fremdenverkehr und vom Weinbau. Die Lösnicher Weinlagen heißen "Försterlay" und "Burgberg". Die Reben der Lösnicher Moselweine reifen teilweise auf den etwas flacheren Hängen um den Ort. Sie reichen bis an die Wälder, die dann weiter hinauf in den Hunsrück führen. Der beste Wein wächst jedoch an den steilen Schieferhängen auf der gegenüberliegenden Moselseite, mit der Lösnich durch eine Brücke verbunden ist. Die Lösnicher Weinlagen sgehören zur Großlage "Schwarzlay", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Ürzig, Erden, Kinheim-Kindel, Wolf, Traben-Trarbach,

Starkenburg, Enkirch und Burg gehören.

Von Feriengästen wird der Ort geschätzt wegen seiner Lage in ruhiger Verträumtheit ohne Durchgangsverkehr. Es sind nur wenige, aber schöne alte Wohnhäuser und Winzerhöfe, die die dörflichen Gassen säumen. Über den Dächern erhebt sich der weiße Turm der Pfarrkirche St. Vitus.

Zur Geschichte

Sicherlich ist Lösnich wie viele Moseldörfer eine keltische Gründung. Zur Zeit der Römer hieß der Ort Lonsetum. Ein Erinnerungsstück an diese Epoche ist der bei Lösnich gefundene Schlegelgott Sucellus aus dem 4. Jahrhundert. An der Stelle des heutigen Friedhofs befand sich ein römischer Gutshof. Etwa 200 m westlich davon wurden weitere römerzeitliche Baureste sowie Münzen aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. An die Zeit der Franken erinnert ein Sandsteinsarkophag, der an der Straße nach Erden, außerhalb des Ortes, gefunden wurde. Zu den Beigaben gehörten unter anderem eine Franziska, eine Spatha und eine Gürtelschnallengarnitur. Der Sarkophag stammt aus dem 7. Jahrhundert.

Schriftlich genannt wurde der Moselort erstmals 1066. Dabei wurde auch eine Kirche zu Lösnich erwähnt. Anlaß waren die Schilderungen über das tragische Schicksal des hl. Bischofs Kuno, der auf der Burg zur Leyen bei dem schräg gegenüberliegenden Ürzig ermordet worden war. Bis zur Überführung seiner Gebeine nach Tholey sollen seine sterblichen Überreste in der Kirche zu Lösnich geruht haben.

Im Mittelalter war Lösnich eine Art Kleinstaat mit eigener Burg und Gerichtshoheit. Im 13. und 14. Jahrhundert befanden sich Ort und Burg als kurkölnisches Lehen im Besitz des einflussreichen Geschlechts der Herren von Lösenich, das erstmals 1230 erwähnt worden war. Nach mehrfach wechselnden Herrschaftsverhältnissen ging schließlich Ende des 17. Jahrhunderts das Erbe an die Familie von Kesselstadt, die unter Hugo von Kesselstatt († 1796) in den Grafenstand erhoben wurde.


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Ehemalige Pfarrkirche St. Anna/Friedhofskapelle

Die alte katholische Pfarrkirche St. Anna, oberhalb von Lösnich am Weg nach Erden gelegen, wurde nach dem Bau einer neuen Pfarrkirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit bis auf den Chor abgebrochen. Dieser blieb bis heute als Fredhofskapelle erhalten. Im Kern ist der Chor ein spätgotischer Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert, der 1638 seine heutige Gestalt erhielt. Im heute zugemauerten Triumphbogen befindet sich das Nordportal des ehemaligen Langhauses. Darüber ist in einer Muschelnische das Wappen des Deutschenordenskomturs zu erkennen.

Der Innenraum wird überspannt von einem Kreuzgewölbe, das auf vier melonenförmigen Konsolen ruht. Erhalten ist noch ein Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert. Über dem Tabernakel zeigt das Hauptbild zwischen zwei gedrehten Säulen eine Pieta. Die beiden Außenfiguren stellen die Heiligen Laurentius und Markus dar.

Pfarrkirche St. Vitus

Die heutige katholische Pfarrkirche St. Vitus wurde in den Jahren 1879/1880 erbaut. Das Gotteshaus ist eine neugotisch gewölbte Saalkirche mit eingezogenem Chor und schlankem, giebelbekröntem Westturm. Der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1720. Ein Großteil der übrigen Ausstattung wurde aus der alten Pfarrkirche übernommen. Im Mittelpunkt des Seitenaltars steht eine Figur Johannes des Täufers. Über einem bekrönenden Gemälde ist das Ehewappen des Kasimir Friedrich von Kesselstatt und seiner Gemahlin Anna Klara Freiin von Metternich-Burscheid zu sehen. Erwähnenswert sind auch zwei Holzkruzifixe und Heiligenfiguren aus dem 18. Jahrhundert.

Ehemaliges Schloss
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Moseltouren
Ein Internet-Reiseführer

1 Von Trier an der Mosel nach Bernkastel-Kues
Mittelmosel

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem
Mittelmosel

2.01 Bernkastel-Kues

2.01a Burgruine Landshut

2.02 Graach

2.03 Bernkastel-Kues-Wehlen

2.04 Zeltingen-Rachtig

2.05 Ürzig

2.06 Erden

2.07 Lösnich

2.08 Kinheim-Kindel

2.09 Kröv

2.10 Traben-Trarbach-Wolf

2.11 Traben-Trarbach

2.11a Festung Mont Royal

2.11b Grevenburg

2.11c Starkenburg

2.12 Enkirch

2.13 Burg

2.14 Reil

2.14a Kloster Springiersbach

2.15 Pünderich

2.16 Briedel

2.17 Zell

2.17a Kurfürstliches Schloss

2.18 Zell-Kaimt

2.18a Kloster Marienburg

2.19 Zell-Merl

2.20 Bullay

2.21 Alf

2.22 Burg Arras

2.23 Bad Bertrich

2.24 St. Aldegund

2.25 Neef

2.26 Bremm

2.26a Klosteruine Stuben

2.27 Ediger-Eller

2.28 Nehren

2.29 Senheim

2.30 Senheim-Senhals

2.31 Mesenich

2.32 Briedern

2.33 Ellenz-Poltersdorf

2.34 Beilstein

2.34a Burgruine Beilstein

2.35 Bruttig-Fankel

2.36 Ernst

2.37 Valwig

2.38 Cochem-Sehl

2.39 Cochem-Cond

3 Von Cochem an der Mosel nach Koblenz am Rhein
Untermosel

Fernwanderweg Moselhöhenweg

Moselradweg Mosel-Radweg

Burgen, Festungen und Burgruinen an der Mosel

Nach der Zerstörung der Lösnicher Burg im Jahre 1659 ließ Wolf Heinrich von Metternich-Burscheid 1683 das noch stehende Kelterhaus östlich der Burg zu einem schlossartigen Wohnhaus ausbauen. Als Erbe ging der Besitz an seinen Schwiegersohn Kasimir Friedrich von Kesselstatt († 1726).

Das heute als Pfarrhaus genutzte ehemalige Schloß ist ein massiver zweigeschossiger Barockbau mit abgewalmten Giebeln. Im Innern verbindet eine einläufige massive Holztreppe die beiden Geschosse. Die Räume werden von stucküberzogenen Balkendecken überspannt. Die Schmuckstücke des Hauses sind die Steinkamine.

Im Pfarrgarten sind mit dem Unterbau eines runden Turms noch Reste der mittelalterlichen Burg zu sehen. Darüber hinaus ziert eine Brunnensäule aus rotem Sandstein mit Girlandenschmuck, die von einer Kugel bekrönt wird, das Anwesen.

Tourismusangebote

Lösnich ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge nach Koblenz, Trier, in die Eifel oder den Hunsrück. Es bestehen mehrere örtliche Wanderwege, die durch die Weinberge zu beiden Seiten der Mosel und die Höhen von Hunsrück und Eifel führen.

Über den Moselradweg erreicht man von Lösnich aus

flussaufwärts die Orte Erden, Zeltingen-Rachtig, Graach und Bernkastel-Kues,

flussabwärts die Orte Kinheim-Kindel, Wolf und Traben-Trarbach.

Bei Kinheim-Kindel besteht auch die Möglichkeit, an das gegenüberliegende Moselufer zu gelangen, von wo aus der Radweg in Richtung Kröv weiterführt. In Lösnich gibt es einen Fahrradverleih.

Das Freizeitangebot in Lösnich wird durch Angeln, Freiluftschach, geführte Wanderungen und Weinproben ergänzt.

Infos zur Moselschiffahrt:
www.gruppentickets.de www.ausflugsdampfer.de www.partyschiff.biz www.bordparty.biz

Winzerfest / Winzerfeste: Die beiden Weinfeste in Lösnich sind der Weinfrühling am Pfingstwochenende und das Weinfest und Heimatfest Ende September, bei denen reichlich Moselwein fließt.

2 Von Bernkastel-Kues an der Mosel nach Cochem Mittelmosel

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Stand: Wednesday, 04. July 2018

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